Helmut Käs

BMW-Welt: So tickt der neue Chef

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Helmut Käs in der BMW-Welt. Hinter ihm: Neuwagen, zur Abholung bereit.

München - Er ist jetzt praktisch der größte Gastgeber der Stadt. Helmut Käs ist seit Juli Chef der BMW-Welt. Wir stellen Ihnen den 48-Jährigen mal näher vor.

Er ist jetzt praktisch der größte Gastgeber der Stadt. Helmut Käs (48) ist seit Juli Chef der BMW-Welt – und die ist mittlerweile die meistbesuchte Touristen-Attraktion Bayerns. Fast drei Millionen Gäste im Jahr: Das sind ungefähr doppelt so viele wie auf Schloss Neuschwanstein …

Aber keine Höhenflüge jetzt. Käs gibt sich zurückhaltend, als er mit der tz über seinen neuen Job spricht. Es gehe ja nicht um ihn, sondern um die Marke. Und für eine Bilanz ist er noch nicht lang genug im Amt. Aber: Eine erste Einordnung ist angebracht. Käs: „Es ist eine tolle Aufgabe und eine Riesen-Herausforderung.“ Stimmt sicher. Käs hat als Chef der BMW-Welt 500 Leute unter sich – vorher als Leiter der Niederlassung in Fröttmaning waren’s 300.

Viele neue Menschen. Und viele neue Aufgaben. Käs, der bisher Autos verkauft hat, muss jetzt eine Marke verkaufen – die BMW-Welt ist ja praktisch das Schaufenster des ganzen Konzerns. Wer hierher kommt, soll ein Kunde werden. Und wer eh schon ein Kunde ist, soll’s bleiben. Wie macht man das, Herr Käs? „Das geht nur über Emotion. Und Emotionen werden von Menschen gemacht. Deshalb ist soziale Kompetenz so wichtig.“ Also: guter Chef, glückliche Mitarbeiter, glückliche Kunden, gute Geschäfte.

Klingt einfach, ist kompliziert. Im Fall von Helmut Käs gehört auch die Herkunft dazu. Gebürtiger Münchner. Und immer hat er hier in der Stadt gearbeitet, was für ein Weltunternehmen untypisch ist: „Meine Herkunft ist sicher einer der Gründe dafür, dass man mir die Führung der BMW-Welt zugesprochen hat. Ich identifiziere mich mit der Stadt, ich hänge an München.“ Und: „München gehört zum Kern der Marke.“

Bisher hat sich Thomas Muderlak (44) um diesen Kern gekümmert – er war Käs’ Vorgänger, ist jetzt als Niederlassungsleiter nach Chemnitz gewechselt. Muderlak hat man in der Stadt nicht nur als Chef der BMW-Welt wahrgenommen, sondern auch als Vorkämpfer für die – durchgefallene – Olympiabewerbung. Und wofür wird Käs stehen? Er selber sagt: „Erst einmal geht es um die BMW-Welt. Hier wird mein Fokus immer liegen.“

Was gehört da alles dazu? Käs: „Wir haben uns einen hohen Status erarbeitet. Aber es gibt immer Potenzial nach oben. Ich habe da schon ein paar Sachen im Kopf …“

Wobei: Wichtiger als die Sachen sind die Menschen – und da ist Reden entscheidend. Käs hat viele Kennenlern-Gespräche mit seinen neuen Mitarbeitern geführt. „Eine halbe bis dreiviertel Stunde pro Person.“ Macht bei 500 Mitabeitern ungefähr fünf Wochen reine Redezeit. Wenn das kein Vollgas-Start ist …

Zur Person

Helmut Käs (48) ist in München geboren und aufgewachsen, er ist gelernter Kaufmann. Im BMW-Konzern hatte er innerhalb von 24 Jahren verschiedene Funktionen im Verkauf inne, darunter auch Chef von Mini München. Mit seiner Partnerin hat er einen zweijährigen Buben. Sein Auto: ein BMW X5 (Benziner).

Uli Heichele

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