Mehrere tausend Euro geklaut

Dreiste Betrugsmasche: „LKA“ führt „Spurensicherung“ bei Rentner durch

Mehrere Fälle von dreistem Betrug bzw. Betrugsversuchen meldet die Münchner Polizei. Opfer der verschiedenen Maschen waren Senioren. Die Polizei warnt jetzt eindringlich vor ähnlichen Vorkommnissen.

Bereits am Donnerstag, 11. Januar, gegen 11 Uhr, klingelten ein 17- und ein 20-Jähriger an der Haustür einer 80-jährigen Münchnerin in der Weltistraße. Das teilt die Polizei mit. Unter dem Vorzeigen einer vollgestempelten Streifenkarte eines großen lokalen Verkehrsdienstleisters bettelten beide offenbar nach Geld. Da der 80-Jährigen diese „Bettelmasche“ bereits bekannt war, beendete sie umgehend das Gespräch und schloss die Haustür. 

Rentnerin reagierte genau richtig

Nachdem die Rentnerin in letzter Zeit öfters das Auftreten solcher Bettler bemerkte, verständigte sie anschließend über den Notruf 110 die Polizei. Im Rahmen einer Fahndung konnten die beiden vorgeblichen Bettler in der Nähe angetroffen und kontrolliert werden. Sie führten beide die vorgezeigten Streifenkarten mit sich so wie eine gültige Monatskarte.

Bei einer Befragung von Nachbarn stellte sich heraus, dass die beiden Männer noch bei weiteren Personen auf gleiche Weise aufgetreten sind. Ein 83-jähriger Bewohner gab an, dass etwa vor einer Woche ebenfalls ein Bettler bei ihm geklingelt habe. Auch dieser soll eine vollgestempelte Streifenkarte vorgezeigt haben und dabei gleichzeitig nach der Geldbörse des 83-Jährigen gegriffen haben. Dies konnte durch den 83-Jährigen jedoch verhindert werden und auch er schloss sofort die Tür. 

Hinweis der Münchner Polizei: Nach derzeitigem Erkenntnisstand sind offenbar aktuell vermeintliche Bettler in Wohngebieten unterwegs. Unter dem Vorzeigen von unbrauchbaren Streifenkarten täuschen diese eine Notlage / Hilfesituation vor, um dadurch zumeist ältere Personen zum Vorzeigen ihrer Geldbeutel zu bewegen. Hieraus soll anschließend unbemerkt Geld entnommen werden. - Seien Sie misstrauisch, wenn Ihnen unbekannte Personen an Ihrer Wohnungstür vorsprechen - Tragen Sie Ihre Wertsachen in verschiedenen verschlossenen Innentaschen am Körper - Geben Sie Ihren Geldbeutel nicht aus der Hand und gewähren Sie auch keinen anderen Personen Zugriff darauf.

Andere Masche: Vermeintliche LKA-Beamte auf „Spurensuche“ in Wohnung

Einen weiteren Betrugsfall gab es am Freitag, 26. Januar, gegen 13.15 Uhr. Ein in der Schopenhauerstraße wohnhafter 82-jähriger Rentner erhielt einen Telefonanruf einer ihm unbekannten Frau. Die Frau gab sich als Mitarbeiterin des Landeskriminalamtes aus und teilte ihm mit, dass bei ihm eingebrochen worden sei.

Weiterhin gab die Frau an, dass die Täter bereits gefasst worden seien und deshalb bei ihm in der Wohnung eine Spurensicherung durchgeführt werden müsse. In den nächsten Minuten solle daher „ein Kollege von der Spurensicherung“ vorbeikommen. 

Der vorgebliche Kriminalbeamte stand tatsächlich wenige Minuten später vor der Wohnungstür des 82-Jährigen und erschlich sich unter dem Vorzeigen einer Marke den Zugang zur Wohnung. Dort begab sich der vermeintliche Polizist sofort mit dem 82-Jährigen in das Schlafzimmer, um sich das dort befindliche Bargeld zeigen zu lassen. Als der falsche Polizist das Nachtkästchen öffnete, befand sich darin jedoch kein Geldkuvert. Der vermeintliche Polizist erkundigte sich noch nach weiterem Bargeld und Schmuck. Er wies den 82-Jährigen dann an, mehrere Minuten seine Hände zu waschen, um anschließend Fingerabdrücke nehmen zu können.

Währenddessen telefonierte die angebliche Mitarbeiterin des Landeskriminalamtes durchgehend mit dem 82-Jährigen, bis der falsche Kriminalbeamte die Wohnung verlassen hatte. Kurz darauf stellte der Rentner das Fehlen von Bargeld in Höhe von mehreren tausend Euro fest. 

Täterbeschreibung: Männlich, ca. 35 Jahre alt, ca. 175 cm groß, normale Figur, sprach Hochdeutsch, bekleidet mit dunkler Kleidung, dunklen Stoffhandschuhen und einer Kappe. Er trug eine „Marke“ mit einer Kette um den Hals. 

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 65, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Hinweis der Münchner Polizei: Die Polizei warnt erneut vor dem Auftreten falscher Polizei- oder Kriminalbeamter. Polizeibeamte in zivil legitimieren sich stets durch Vorzeigen des Dienstausweises. In Zweifelsfällen lassen Sie sich bitte Namen und Dienststelle des Polizeibeamten nennen und erkundigen sich durch einen Rückruf bei der Dienststelle nach der Richtigkeit der Angaben. Sollten Sie unsicher sein, rufen Sie auf alle Fälle den Notruf 110 an.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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