Mit Vollgas ins Leben

Große Typisierungsaktion bei BMW

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Jedes Jahr erkranken in Deutschland 11 000 Menschen an Leukämie. Langfristige Heilung verspricht nur eine Transplantation von gesunden Blutzellen. Mit der Aktion Menschen helfen Menschen hat BMW am Sonntag zusammen mit der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern ein Zeichen gegen Leukämie gesetzt.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland 11 000 Menschen an Leukämie. Langfristige Heilung verspricht nur eine Transplantation von gesunden Blutzellen. BMW hat die Zahl der Neuerkrankungen auf seine Mitarbeiter umgerechnet. Statistisch gesehen sind jedes Jahr zehn Angestellte betroffen. Mit der Aktion Menschen helfen Menschen hat der Autobauer am Sonntag zusammen mit der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern ein Zeichen gegen Leukämie gesetzt.

Die tz war bei der Typisierungsaktion in der BMW-Welt dabei, räumt mit Vorurteilen auf und hat mit früheren Patienten gesprochen: Rund 280 000 typisierte Spender in Bayern hat die Stiftung bereits registriert. Und es können gar nicht genug sein. Ein kleiner Pikser kann unter Umständen ein Leben retten. Trotzdem haben viele Menschen große Scheu vor einer möglichen Transplantation. Dr. Walter Endres ist ein Experte auf dem Gebiet. Er sagt: "Wer als Stammzellenspender infrage kommt, muss keinen chirurgischen Eingriff fürchten. Wir brauchen Knochenmark, kein Rückenmark. Das holen wir uns aus dem massiven Beckenknochen. Das verwechseln nämlich viele." Endres will potenziellen Spendern die Angst nehmen. Von der Entnahme bekommt man nichts mit. Das passiert alles unter Narkose. Schon am nächsten Tag kann man wieder nach Hause gehen. Und was ist schon ein kleiner Schmerz, wenn man die Möglichkeit hat, ein Leben zu retten? Verena Spitzer (57) und Martin Mitterer (35) wurden geheilt. Sie haben ihr Leben genau solchen selbstlosen Spendern zu verdanken. Beide standen gestern in der BMW-Welt für Gespräche bereit, informierten die Menschen über die Krankheit und den Kontakt zu ihren Lebensrettern. Spitzer erhielt gesunde Zellen von einer Amerikanerin. "Sie besucht mich, ich besuche sie. Das ist wie eine Familie." Mitterers Spenderin kommt aus Stuttgart. Er sagt: "Sie war sogar auf meiner Hochzeit und ist die Taufpatin meines Sohnes."

Auch einen Kollegen hat es erwischt

Ich hatte schon lange ein Spenderset daheim. Ein Kollege aus dem Forschungs- und Informationszentrum ist an Leukämie erkrankt. Da war mir klar, dass ich helfe. Denn es kann einen auch jederzeit selbst treffen. Das Blutabnehmen tut nicht weh. Die Ärzte (hier Dr. Walter Endres) machen das auch richtig gut.

Andreas Schendera (38), Montageplaner aus München

Wir helfen gerne 

Slavica Manojlovic 36 mit Tochter Lena 2.

Wir waren nur mit der Familie zufällig in der BMW-Welt. Damen von der Stiftung haben uns angesprochen und uns gefragt, ob wir uns typisieren lassen möchten. Davor wurden wir über die Krankheit, die Spende und eine mögliche Transplantation informiert. Man liest viel über das Thema und nimmt sich das dann auch vor. Meist fehlt aber der persönliche Bezug. Jetzt haben wir die Chance genutzt. Wir helfen gerne. 

Slavica Manojlovic (36), Personalsachbearbeiterin mit Lena (2) 

Wir sind informiert 

Wir haben uns im Internet über mögliche Nebenwirkungen informiert. Man hat schon so einiges gehört. Auch Dinge, die komplett falsch sind. Durch Guido Westerwelle wurde man wieder stark mit der Krankheit konfrontiert. Das hat in Deutschland vermutlich einiges bewirkt. Grundsätzlich will jeder helfen. 

Kati Weiß (35), Martin Frohnmayer (43), Thomas Frohnmayer (38) und Ralf Schell (45)

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