Ausbildung

In diesem Supermarkt bekommen Jugendliche eine zweite Chance

Der Start in eine neue Zukunft: Neun junge Menschen beginnen ihre Ausbildung in der Alma-Filiale in der Ingolstädter Straße. 
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Der Start in eine neue Zukunft: Neun junge Menschen beginnen ihre Ausbildung in der Alma-Filiale in der Ingolstädter Straße. 

Eine Ausbildung in diesem Supermarkt ist eine zweite Chance. Der Ausbildungs-Supermarkt Alma gibt Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen die Gelegenheit, doch noch im Berufsleben durchzustarten. Gestern hat die zweite Münchner Filiale in der Ingolstädter Straße 107 am Hart eröffnet.

Das Obst ist sorgfältig geordnet, die Lebensmittel sind gewissenhaft in die Regale geräumt. Auf den ersten Blick deutet nichts darauf hin, dass es sich bei dem neuen Alma-Supermarkt an der Ingolstädter Straße 107 nicht um einen ganz gewöhnlichen Supermarkt handelt. Aber Alma steht für Ausbildungs-Lebensmittel-Markt.

Es ist ein einzigartiges Projekt, das jungen Erwachsenen aus schwierigen sozialen Verhältnissen die Chance bietet, eine Ausbildung zum Verkäufer oder Lageristen abzuschließen. Ist das gelungen, können die Jugendlichen noch ein Jahr dranhängen, um als Kaufmann im Einzelhandel durchzustarten.

Eine Chance für Jugendliche mit schiefem Lebenslauf

Träger des Projekts ist das Euro-Trainings-Centre (ETC). Der Verein unterstützt bereits seit 2006 Jugendliche, die keinen geradlinigen Lebenslauf vorweisen können. Er gibt ihnen die Möglichkeit, im Berufsleben Fuß zu fassen. Vergangenes Jahr eröffnete die erste Filiale an der Landsberger Straße im Münchner Westen, die zweite gestern am Hart.

Grundsätzlich verläuft die Ausbildung wie bei anderen Supermärkten, nur dass die Betreuung der Jugendlichen deutlich intensiver ist. Von ihren Ausbildern bekommen die Jugendlichen regelmäßig eine Rückmeldung, außerdem geben sie ihnen auch Hilfestellung bei Fragen außerhalb der eigentlichen Arbeit. Ziel ist es, dass es den Auszubildenden gelingt, die Lehrjahre durchzuhalten und sich dabei stetig zu verbessern.

ALMA ist ein pädagogisch gesteuertes Einzelhandels-Modell 

Die 18-jährige Laura Scheuer befindet sich im zweiten Ausbildungsjahr. „Hier ist die Ausbildung sehr persönlich, jeder Einzelne wird sehr intensiv betreut“, sagt sie. Auch Kilian Fabian (20) fühlt sich bei dem Ausbildungs-Supermarkt gut aufgehoben. „Ich wurde sofort gut aufgenommen. Hier habe ich viele Möglichkeiten, etwas über die Arbeit in der Lebensmittelbranche zu lernen.“

Insgesamt neun Auszubildende arbeiten in der neuen Filiale, die in enger Zusammenarbeit mit Rewe gegründet wurde. ETC-Geschäftsführerin Sabine Loibl-Gänsbacher ist für das Projekt verantwortlich. Sie ist davon überzeugt, dass dieses Angebot ein echter Gewinn ist. Der Supermarkt versorgt die Bewohner mit Lebensmitteln und bildet Fachkräfte für den Arbeitsmarkt aus.

Nicht nur die Stadt München hat das Projekt unterstützt, sondern auch zahlreiche andere Sponsoren beteiligten sich – unter anderem der Flughafen München. Er spendete 60 000 Euro. „Vielleicht findet ja auch der ein oder andere nach der Ausbildung den Weg zu uns“, hofft der Leiter für soziale Angelegenheiten, Thomas Bihler, bei der Eröffnung.

Deutsche-Eiche-Hotelier Dietmar Holzapfel erinnerte sich bei der Eröffnung an seine Studienzeit – damals hatte er selbst in einem Supermarkt gearbeitet. Deshalb weiß er die Arbeit der Lehrlinge zu schätzen. Die dritte Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) war bereits bei der Eröffnung des ersten „Alma“-Supermarktes dabei – und ist überzeugt davon, dass die Fördergelder der Stadt hier gut angelegt sind.

Eser Aktay

Lesen Sie auch: Gehalts-Check: So viel verdienen Azubis während der Ausbildung

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