Nach Tod der neunjährigen Loreeley

Kampf um sichere Straßen: Rundum-Grün bald im Testbetrieb

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Trauriges Mahnmal: Hier starb die neunjährige Loreeley. Jetzt sollen die Straßen sicherer werden. 

Der Tod der neunjährigen Loreeley hat München schockiert – und die Notwendigkeit von raschen Änderungen im Straßenverkehr deutlich gemacht.

Bereits im April hatte sich der Stadtrat zur Vision Zero, dem Ziel von null Verkehrstoten in München, bekannt. Jetzt haben CSU und SPD ein gemeinsames Antragspaket vorgelegt, mit dem sie die Straßen der Stadt für alle sicherer machen wollen.

„Unser Ziel muss sein, dass niemand mehr im Straßenverkehr schwer verletzt oder getötet wird“, stellt SPD-Stadtrat Gerhard Mayer klar. CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl ergänzt: „Zusammen mit der SPD haben wir nun vier konkrete Maßnahmen vorgeschlagen.“ So sollen gefährliche Kreuzungen entschärft werden. „Das Kreisverwaltungsreferat soll eine Übersicht erstellen, die zeigt, wo Gefahrenstellen liegen und wie man sie entschärfen könnte“, so Mayer. Etwa durch neue Markierungen, eine veränderte Ampelschaltung und Schilder, die an den Schulterblick erinnern. „Die sichere Lösung ist die richtige Lösung“, so Mayer.

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Dabei fordert der Stadtrat Tempo ein. „Was die Stadt selbst tun kann, sollte schnellstmöglich umgesetzt werden“,  sagt Pretzl. Wie etwa der zweite Vorschlag: Rundum-Grün für Fußgänger und Radfahrer. Die Idee: Fußgänger und Radfahrer haben an allen Kreuzungspunkten zugleich grün – für Autos zeigen dann alle Ampeln rot. So sollen Abbiegeunfälle und die Konkurrenz um die Vorfahrt verhindert werden. „Diese Idee möchten wir an geeigneten Kreuzungen bald testen“, kündigt Pretzl an.

Mehrere Ansätze, um Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu erhöhen

In anderen Bereichen will die Stadt ihr Gewicht im Deutschen Städtetag nutzen, um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. So soll die Stadt darauf drängen, das Bußgeld für Autofahrer, die ohne freie Fahrt in eine Kreuzung einfahren, deutlich zu erhöhen. Derzeit kostet dieses Verhalten den Fahrer lediglich 20 Euro. „Eine Erhöhung des Bußgeldrahmens würde sicherlich Wirkung zeigen“, schätzt Pretzl. Ebenfalls ein Fall für den Städtetag: Der verpflichtende Einbau von Abbiegeassistenzsystemen in Lkw und Bussen. Der riesige tote Winkel dieser Fahrzeuge gilt als eine der Hauptursachen für schwere Unfälle beim Abbiegen.

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Auch die anderen Fraktionen haben Anträge zur Verkehrssicherung eingebracht. Die Grünen fordern ebenfalls verpflichtende Abbiegeassistenten. „Abbiegeunfälle müssen nicht sein – die Mittel, sie zu verhindern, sind vorhanden“, sagt Grünen-Fraktionschef Florian Roth. Er will, dass die Stadt mit gutem Beispiel vorangeht: „Sie soll sowohl bei Neuanschaffungen von Lkw und Bussen Abbiegeassistenten vorsehen als auch bei Bestandsfahrzeugen so weit möglich eine Nachrüstung vornehmen.“ In einem gemeinsamen Antrag fordern ödp, Linke, Bayernpartei und Freie Wähler den sofortigen Umbau der Kreuzung Schleißheimer-/Ecke Moosacher Straße. Dort war die neunjährige Loreeley am 7. Mai von einem abbiegenden Lkw getötet worden, im Jahr 2015 hatte sich an der Kreuzung bereits ein tödlicher Radunfall ereignet.

SPD-Stadtrat Mayer wünscht sich Offenheit für neue Ansätze – etwa beim Rundum-Grün. „Ob das gut funktioniert, müssen wir erst testen, aber die Verkehrssicherheit muss es uns wert sein, dass wir neue Ideen ausprobieren“, meint Mayer.

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