Flammender Protest

Das ist der Mann, der seinen BMW freiwillig in Flammen aufgehen ließ

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Am Dienstag hat Hadi Pourmohensi seinen 7er-BMW in Brand gesetzt.

Hadi Pourmohensi ließ seinen BMW vor dem BMW-Museum in Flammen aufgehen - aus Protest. Es ist nicht das erste Mal, dass er einen sündhaft teuren Wagen angezündet hat.

München - Es sind Bilder, die weh tun. Bilder, die Autoliebhabern durch Mark und Bein gehen: Um auf die angeblichen Mängel seines M6 (BMW) aufmerksam zu machen, hat Hadi Pourmohseni am Dienstag zum wiederholten Mal einen sündhaft teuren Wagen angezündet. Dieses Mal fand die „Protestaktion“ des 64-jährigen Geschäftsmanns direkt vor dem BMW-Museum am Olympiapark statt.

„So weit hätte es niemals kommen müssen“, sagt Pourmohseni wenige Stunden nach der Tat. Doch er habe sich nicht mehr anders zu helfen gewusst.

Das Auto soll von Anfang an Defekt gewesen sein

Vor neun Jahren hatte sich der Geschäftsmann in Italien einen nigelnagelneuen M6 im Wert von 120 000 Euro geleast. „Doch der Wagen, den ich bekommen habe, war nicht der, den ich bestellt hatte“, erinnert er sich. „Getriebeschäden, Klappern“ – das Auto soll von Anfang an defekt gewesen sein.

tz-Leserfotos: BMW am BMW-Museum abgebrannt

Nachdem sich Pourmohseni daraufhin an die Hersteller gewendet hatte, seien die Mängel „lediglich als Elektroniksache abgetan worden.“ Also brachte er seinen Wagen in die Werkstatt. „Das Ergebnis war ernüchternd“, erzählt er. Noch heute soll das Gefährt „massive Mängel“ aufweisen.

Weil BMW Pourmohsenis Forderung nach weiteren Reparaturen zurückgewiesen haben soll, stoppte der 64-Jährige seine Ratenzahlung und zog vor Gericht. Nun soll er den Wagen, den er, wie er selbst sagt, „inzwischen abbezahlt hat“, an das Unternehmen zurückgeben.

„Eine Frechheit“, schimpft Pourmohseni. „Auch wenn ich nicht mehr damit fahre, lasse mir mein Beweismittel nicht wegnehmen!“ Stattdessen versuchte er, Kontakt mit dem Unternehmen aufzunehmen. Mündlich, schriftlich – ohne Erfolg. Schließlich beschloss er, den angeblichen Kundenbetrug des Automobil-Konzerns publik zu machen: 2013 drosch er mit einer Axt auf seinen Neuwagen ein – ließ ihn reparieren und wiederholte seinen „Protest“. 2015 setzte er einen Z3 in Brand, nun einen 7er BMW, den er extra für sein Vorhaben angekauft hatte.

Bereits 2013 sorgte Pourmohensi für Aufsehen, als er seinen BMW mit einem Beil beschädigte

Wie ein Sprecher des Automobil-Konzerns gestern auf tz-Anfrage bekanntgegeben hat, hat sich das Unternehmen „nichts vorzuwerfen“. Schließlich soll BWM-Italia damals angeboten haben, die Kosten der Reparatur zu übernehmen. „Doch Pourmohseni lehnte ab.“ Außerdem sei der 64-Jährige durch seinen Leasing-Vertrag lediglich Mieter – „BMW rechtmäßiger Besitzer“. Die Polizei ermittelt nun wegen möglicher Sachbeschädigung.

sb

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