Es war doch klein Diebstahl

Baum-Massaker im Euroindustriepark: Peinliche Wahrheit

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Trostlos: Diese Wüste war mal ein Weiden- und Pappel-Biotop.

Die Wahrheit kann manchmal ganz schön peinlich sein. Das Rätsel um den Kahlschlag im Biotop an der Maria-Probst-Straße (Euroindustriepark) ist gelöst.

München - Dahinter stecken keinerlei finstere Machenschaften. Vielmehr handelt es sich ganz offensichtlich um einen Irrtum. Der Polier einer Nachbarbaustelle war nach Angaben eines Polizeisprechers „offenbar falsch informiert. Da ist wohl was gründlich schief gegangen.“ Nach Anweisung des Poliers erfolgte am 4. und 5. Januar der Rundumschlag. Auf einer Fläche von rund 2000 Quadratmetern fielen auf dem städtischen Grundstück 72 Bäume – vor allem Weiden, Pappeln und zahlreiche Büsche. Dabei hätten wohl Bäume auf einem anderen Grundstück gefällt werden sollen. Das Holz wurde vom Fuhrunternehmen Penzen­stadler abgeholt. Als Mitarbeiter des Gartenbaureferats am 9. Januar von dem Kahlschlag im Biotop informiert wurden, war nichts mehr zu retten. Die Polizei ermittelte wegen ­Ordnungswidrigkeiten gegen die Baumschutzverordnung und das Bundesnaturschutzgesetzes. Der Schaden wird auf satte 150.000 Euro geschätzt.

Für den Vorsitzenden des Bezirkausschusses, Werner Lederer Piloty, steht der Schuldige fest. Die Rodung wird aus seiner Sicht ein Nachspiel haben. „Es wird eine Sanktionsstrafe wegen unerlaubter Baumfällung geben“, kündigt er an. Die Firma, die den Kahlschlag anordnete, müsse mit hohen Bußgeldern rechnen. „Wir werden die Fläche neu bepflanzen, kündigte er an.“ Ob es wieder ein Biotop aus Pappeln und Weiden wird, ließ er offen. „Wir werden das eng mit der Naturschutzbehörde abstimmen“, sagte er. 

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