53-Jährige von abbiegendem Lkw überrollt

Das Todesdrama im toten Winkel

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Ein Bild des Schreckens: Das Rad ist völlig demoliert, die Fahrerin wurde von den schweren Reifen des Lastwagens überrollt und getötet.

München - Im toten Winkel eines abbiegenden Lastwagens ist am Mittwoch um 10.37 Uhr eine 53-Jährige Radfahrerin in Milbertshofen überrollt und auf der Stelle getötet worden.

Es war einer dieser Unfälle, bei dem es nur Opfer gibt. Weil auch der Verursacher für lange Zeit gezeichnet ist: Im toten Winkel eines abbiegenden Lastwagens ist am Mittwoch um 10.37 Uhr eine 53-Jährige Radfahrerin in Milbertshofen überrollt und auf der Stelle getötet worden.

Das Drama ereignete sich kurz nach der Ausfahrt des Petueltunnels an der Kreuzung Petuelring/Knorrstraße. Der Laster war kurz vorher aus dem Tunnel gekommen, wollte nach rechts in die Knorrstraße abbiegen. Als die Ampel für den Verkehr und die Fußgänger auf grün sprang, ließ der Lkw-Fahrer (33) eines Papier-Großhandels einen an der Ampel wartenden Rollstuhlfahrer und auch noch einen Jogger passieren. Die Radfahrerin, die sich genau in diesem Moment der Ampelkreuzung näherte, sah er in seinem Außenspiegel nicht mehr. Sie muss für Sekundenbruchteile genau im toten Winkel gewesen sein.

So nahm das Drama seinen Lauf: Beim Abbiegen wurde das Damenfahrrad mit dem Körbchen auf dem Gepäckträger erfasst und überrollt. Es blieb im Radkasten hängen. Der Frau blieb keine Zeit mehr, abzuspringen oder sich abzustoßen. Sie wurde von allen vorderen und hinteren rechten Reifen überrollt und noch mehrere Meter weit mitgeschleift – bis der Lkw-Fahrer das Unglück bemerkt hatte. Er war der Erste, der sah, was er angerichtet hatte. Zutiefst geschockt musste er am Unfallort für längere Zeit vom Kriseninterventionsdienst (KIT) des Arbeiter-Samariter-Bundes psychologisch betreut werden.

Für die Radfahrerin kam jede Hilfe zu spät. Auch ihr Helm hatte sie nicht mehr retten können. Es handelt sich um eine 53-Jährige Frau, die in Milbertshofen wohnte. Polizisten hatten die traurige Aufgabe, ihre Angehörigen zu informieren. Die Kreuzung und die Tunnelausfahrt wurden während der Unfallaufnahme für Stunden gesperrt.

Bilder: Radfahrerin am Petuelring von Lkw erfasst

Bilder: Radfahrerin am Petuelring von Lkw erfasst

Suchen Sie immer den Blickkontakt!

Das Aufeinandertreffen von Lkw, Bussen, Fußgängern und Radfahrern an Kreuzungen gehört nach Einschätzung des ADAC zu den gefährlichsten Situationen im Verkehr. Der gefürchtete Tote Winkel vor und neben dem Lkw gehört dabei zu den häufigsten Unfallursachen. Als Toter Winkel werden die Bereiche bezeichnet, die der Fahrer trotz seiner Spiegel nicht einsehen kann. Je nach Bauart sind diese Flächen unterschiedlich groß. Besonders gefährlich ist der Tote Winkel auf der rechten Seite. Darin kann für Sekundenbruchteile eine ganze Schulklasse verschwinden. Tipp: Immer Abstand von Lkw halten, speziell auf Höhe der Hinterräder und Anhänger sowie direkt vor der Kühlerhaube besteht größte Gefahr. Immer (!) Blickkontakt zum Fahrer suchen. Wenn Sie den Fahrer nicht sehen, sieht er Sie auch nicht! Im Zweifelsfall: Auf die Vorfahrt verzichten.

Der tote Winkel

Direkt vor dem Fahrzeug (1), hinter dem Fahrzeug (2), auf der linken Fahrzeugseite (3), besonders gefährlich ist der tote Winkel auf der rechten Seite (4). Der Lkw-Fahrer auf dem Bild sieht auf der rechten Seite nur (5) den Raum direkt neben dem Führerhaus (durch das rechte Seitenfenster und (6) einen Bereich, der sich direkt neben dem Fahrzeug nach hinten erstreckt (durch die rechten Außenspiegel).

Dorita Plange

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