Nachbarn fühlten sich bedroht 

„Ich bringe euch alle um!“ - Mieter einer Sozialwohnung muss fristlos ausziehen 

Ein langjähriger Mieter in einem sozialen Wohnungsbau im Norden der Stadt muss sich eine neue Wohnung suchen. 

München - Seit 1993 lebte der Münchner in einer Wohnung im Stadtviertel Am Hart. Nun musste er ausziehen, weil er randalierte. Das Amtsgericht München bestätigte die fristlose Kündigung des Mietverhältnisses durch die Vermieterin. 

Im August 2016 sei es in seiner Wohnung zu einem heftigen Streit zwischen ihm und seiner Freundin gekommen. Er soll lauthals geschimpft und seine Partnerin geschlagen haben. Man habe gehört, dass Gegenstände zertrümmert wurden. 

„Komm raus du Feigling, ich bringe Euch alle um!“

Seine Partnerin, mittlerweile sind sie verlobt, flüchtete aus der Wohnung zu Nachbarn und klingelte dort Sturm. Ihr Partner folgte. Auf dem Flur gingen die Attacken weiter. Der Nachbar öffnete die Tür und forderte den langjährigen Mieter auf, sich zu beruhigen. Da geriet er selbst ins Visier des Mannes. 

Bis zum Eintreffen der Polizei sei er mit üblen Worten bedroht und beschimpft worden, sagte er als Zeuge vor dem Amtsgericht aus. „Ich ficke Deine Mutter, Deine Frau, Dein Kind, komm‘ raus Du Feigling! Du wirst rauskommen müssen, ich mache Dich und Deine Familie fertig! Ich bringe Euch alle um“, habe er geschrien. Einen Monat nach diesem Vorfall habe der Angeklagte den Nachbarn erneut bedroht: „Lass mich in Ruhe, sonst stirbst Du!“ 

Die Bedrohungslage wurde noch dadurch verschärft, dass die Polizei in der Wohnung des Angeklagten eine Axt sowie ein Kampfmesser fand. Diese Waffen habe er auch dem Nachbarn zur Einschüchterung präsentiert. 

Angeklagter wirft Nachbarn Neugierde vor

Der Angeklagte erzählte vor Gericht eine ganz andere Version: Seine Nachbarn seien aus reiner Neugierde raus auf den Hausflur gekommen und hätten sich in die Unterhaltung zwischen ihm und seiner Freundin eingemischt. Und auch nicht er habe den Nachbarn bedroht und beleidigt, sondern alles wäre umgekehrt abgelaufen. Seine Lebensgefährtin hatte sich auf ihr Aussageverweigerungsrecht als Verlobte berufen. 

Die Richterin glaubte den Ausführungen des Angeklagte nicht. Sie verurteilte den Mann dazu, die Mietwohnung fristlos zu räumen. Er habe den Hausfrieden gestört, man müsse die anderen Mieter vor ihm schützen. 

Nach der Zurückweisung einer Berufung ist das Urteil mittlerweile rechtskräftig. 

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