Großer tz-Stadtteil-Check: Note 2,78

Milbertshofen-Am Hart: Licht und Schatten

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Fußballtrainer Tobias Pollinger vom TSV Milbertshofen gefällt der Kulturmix in seinem Viertel

Milbersthofen-Am Hart - In einer Serie stellt die tz die Ergebnisse des großen Stadtteil-Checks vor. Diesmal sind wir in Milbertshofen-Am Hart. Dort gab es von den Bürgern die Gesamtnote 2,78.

In Milbertshofen-Am Hart gibt es einige Probleme. Im tz-Stadtteilcheck erreichte das Viertel die Gesamtnote 2,78 und liegt damit im hinteren Drittel. Die Bewohner stufen sich selbst als die zweitunglücklichsten und als die mit der schlechtesten Lebensqualität in ganz München ein. Das liegt nicht zuletzt an der Verkehrsbelastung und dem damit verbundenen Lärm. Auch an der medizinischen Versorgung mangelt es offenbar: Auf einen Arzt kommen 1300 Einwohner.

Die traurige Bilanz: drittletzter Platz bei Schulen, Sicherheit und Lärmschutz, vorletzter bei Umweltqualität und Sauberkeit. Und bei Familienfreundlichkeit und Nachbarschaft ist Milbertshofen-Am Hart sogar das Schlusslicht im Check. Dafür punktet der Stadtteil mit seiner Vielfalt: Mit Münchens höchstem Ausländeranteil von 37,5 Prozent beherbergt Milbertshofen Angehörige vieler Kulturen, die eine zusammenhängende Gemeinschaft bilden.

Das gefällt auch Fußballtrainer Tobias Pollinger: „Zum TSV Milbertshofen kommen die unterschiedlichsten Leute. Seien es Kinder von Ärzten und Direktoren oder von Handwerkern, hier kommen alle gut miteinander aus.“ Weil aber noch nicht alle Migranten gut Deutsch sprechen, gibt es viele Sprach- und Integrationskurse. Und das Kulturhaus Milbertshofen ist laut Bezirksausschussvorsitzender Antonie Thomsen für den Stadtteil die größte Errungenschaft der vergangenen Jahre. In Milbertshofen werden die Probleme angegangen.

Beispiele gefällig? Zur Verbesserung des Lärmschutzes wurden der Petuelring und der Frankfurter Ring untertunnelt. Es gibt eine finanzielle Förderung für schalldichte Fenster. Und für mehr Familienfreundlichkeit wurden viele neue Krippenplätze geschaffen.

Zahlen und Fakten

Fläche in Hektar: 1341,03

Einwohnerzahl: 72.506

Anteil der Kinder (unter 15 Jahre):9.261

Anteil der Senioren: 11.164

Gründungsjahr:1.149

Jahr der Eingemeindung nach München: 1913

Grünfläche in Hektar: 313,5

Anzahl der Krippenplätze: 531

Anzahl der Kindergartenplätze: 1.945

Anzahl der Schulen: 14

Termine

16.11.13 Winter-Party mit Rocktools im Rockmuseum,

Spiridon-Louis-Ring,

Beginn 20 Uhr

17.11.2013

Flohmarkt im großen Saal des Kulturhauses am Curt-Mezger-Platz, Beginn um 10 Uhr

17.11.2013

Alpintag 2013 in

der BMW-Welt, Am Olympiapark 1,

Beginn 10 Uhr

18.12.2013

Kino im Kulturhaus (Curt-Mezger-Platz). Dokumentarfilm Wir sind München.

Beginn um 19 Uhr

Der Lärm stört

Ich lebe gerne hier in Milbersthofen-Am Hart, da man im Park gut spazieren gehen kann. Leider gibt es aber nur wenige Seniorenangebote im Viertel und mit dem zu Fuß gehen klappt es bei mir auch nicht mehr so gut. Was mich allerdings stört, ist der ständige Lärm.

Annemarie Mayer (87), Rentnerin

Mein Stadtteil-Tipp:

„Das Kulturhaus Milbertshofen am Curt-Mezger-Platz finde ich super. Dort gibt es allerlei Veranstaltungen wie den Flohmarkt und Konzerte.“

Abends ist nicht viel los

Milbertshofen Am-Hart ist ein reines Wohnviertel. Allzuviel ist hier abends nicht los, daher gehen die meisten Leute woanders in München weg.

Adrian Galwa (24)

Mein Stadtteil-Tipp:

„Ich empfehle die Bananas Lounge in der Knorrstraße. Dort herrscht immer eine gute Atmosphäre.“^

Angenehme Nachbarn

Ich wohne schon mein ganzes Leben lang in Milbertshofen-Am Hart und finde die Nachbarschaft im Stadtteil sehr angenehm und freundlich. Leider ist das Viertel aber an manchen Stellen doch recht schmutzig, das gefällt mir nicht.

Hanna Paschke (22), Studentin

Mein Stadtteil-Tipp:

„Mein Tipp ist die Bo 12 Shisha-Lounge-Bar in der Sudetendeutschestraße. Das ist einer der gemütlichsten Orte im Viertel, um sich mit Freunden einen chilligen Abend zu machen.“

Viele Parks zum Spazieren

Ich wohne seit 20 Jahren hier in Milbertshofen. Ich bin von den Philippinen nach Deutschland gekommen, um hier mit meinem Ehemann zusammen zu leben. Ich mag den Stadtteil Milbertshofen-Am Hart sehr gerne, da es abseits der Hauptstraßen ruhig ist und es viele Parks gibt, in denen man spazieren kann.

Edna Süß (53), Kinderpflegerin

Mein Stadtteil-Tipp:

„Die vielen Bäckereien, die es hier gibt, haben alle eine eigene Spezialität. Außerdem prägen sie Milbertshofen maßgeblich.“

Die bisherigen Teile:

Laim: Münchens grüner Garten

Berg am Laim: Das Schlusslicht

Moosach: Die Idylle in der Großstadt

Au-Haidhausen: Das Dorf im Zentrum

Trudering-Riem: Mix aus Stadt und Land

Schwabing-West: Besser ist's nirgends

Pasing-Obermenzing: Tradition trifft Moderne

Ramersdorf-Perlach: Besser als der Ruf

Neuhausen-Nymphenburg: Paradies für Jung & Alt

Bogenhausen: Sauber, sicher, schick

Sendling: Günstig und gemütlich

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Tobias Betz

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