Innerhalb weniger Monate

Nach dem Weyprechthof: Nun macht die nächste Wirtschaft dicht

+
Schließt heute – zumindest vorerst: Wann das Wirtshaus am Hart wieder eröffnet wird, ist noch unklar.

Es ist nun schon der zweite Gastronomiebetrieb innerhalb von zwei Monaten der im Stadtteil Milbertshofen- Am Hart geschlossen wird. Die Hintergründe.

Es ist der zweite Biergarten in Milbertshofen – Am Hart, der innerhalb weniger Monate schließt. Das Wirtshaus am Hart an der Sudetendeutschestraße stellt nach elf Jahren seinen Betrieb ein. Wirt Alfred Högerle wird an diesem Freitag zum letzten Mal in seinem beliebten Biergarten im Münchner Norden Bier ausschenken.

Der Grund: „Ich hab gemerkt, dass es mir an die Gesundheit geht, und ziehe jetzt die Reißleine“, sagt Högerle. Die Nachricht begegnet unwillkürlich jedem, der die Homepage des Wirtshauses aufruft, in roten Lettern verkündet der Wirt dort die Betriebsaufgabe. Eigentlich würde er gerne weitermachen, doch: „Ich will nicht, dass meine Kinder ohne Papa aufwachsen.“ Natürlich sei er wehmütig, sagt Högerle. Ein Wirtshaus zu führen sei „Idealismus pur“. Er fügt hinzu: „Ich hab’s damals schließlich von null aufgebaut.“ Zwei Wochen bleiben ihm nun, um die Gaststätte ordnungsgemäß an Löwenbräu zu übergeben.

Wichtiger Bestandteil des Wirtshaus am Hart war stets auch die dazugehörige Bühne. Ottfried Fischer, die Biermösl Blosn und Frank Astor hatten hier seit 2007 Auftritte. Auch die dort ansässige Theatergruppe würde gerne weiterspielen, meint Högerle. Sollte das Wirtshaus dauerhaft geschlossen bleiben, wäre das ein herber Verlust für den Stadtteil – kulturell, aber auch als Treffpunkt für die Anwohner.

Es wäre zudem der zweite Biergarten im Stadtteil, der innerhalb kurzer Zeit schließt. Ende 2017 hatte der Weyprechthof am Harthof bereits zugemacht. Was mit dem Grundstück passiert und wer es gekauft hat, ist unbekannt. Der Bezirksausschuss Milbertshofen – Am Hart (BA 11) wünscht sich, dass dort weiterhin ein Wirtshaus mit Biergarten betrieben wird. Fest steht wohl, dass der alte Weyprechthof abgerissen werden soll. „Der Bebauungsplan sieht dort eine Schankwirtschaft vor“, so BA-Chef Fredy Hummel-Haslauer (SPD). „Was wiederum nicht heißt, dass sie dafür einen Betreiber finden.“

Beim Wirtshaus am Hart gibt es dagegen schon einen Nachfolger, der die Wirtschaft möglichst bald wieder eröffnen soll, heißt es. Auch der Theaterbetrieb soll wieder aufgenommen werden, sagt Högerle. Verpächter Löwenbräu, Teil des Anheuser-Busch-Konzerns, war für eine Stellungnahme allerdings nicht zu erreichen.

Den Stammgästen und Anwohnern bleibt also nichts anderes übrig, als sich zu gedulden und wehmütig auf die Homepage zu blicken: „Es war eine schöne Zeit“, resümiert Högerle dort.

Lesen Sie auch: Biergarten adé: Das passiert nun am Lerchenauer See

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Kostenexplosion! Münchner S-Bahn-Tunnel wird zum Milliardengrab
Kostenexplosion! Münchner S-Bahn-Tunnel wird zum Milliardengrab
Spektakuläre Pläne: Freistaat will offenbar Seilbahnen am Frankfurter Ring
Spektakuläre Pläne: Freistaat will offenbar Seilbahnen am Frankfurter Ring
Schüsse in Fürstenried: 40-Jähriger gerät bei SEK-Einsatz unter falschen Verdacht
Schüsse in Fürstenried: 40-Jähriger gerät bei SEK-Einsatz unter falschen Verdacht

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.