Dort gärt es schon länger

Schlimmer Vorfall vor eigener Haustür - Münchner erschüttert: „In Kauf genommen, dass Menschen getötet werden“

Zwei brennende Fahrzeuge lösten einen Großeinsatz der Münchner Feuerwehr im Olympiadorf aus.
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Zwei brennende Fahrzeuge lösten einen Großeinsatz der Münchner Feuerwehr im Olympiadorf aus.

War es Brandstiftung? Ein Feuer in einem Elektro-Transporter im Olympiadorf löste einen Großeinsatz der Feuerwehr aus. Einen technischen Defekt schließt der Besitzer aus.

München - Dichter Rauch stieg am Sonntag gegen 16.30 Uhr über dem Olympiadorf (Milbertshofen-Am Hart*) auf – der Elektro-Transporter von Christian Treffer (58) von der Schreinerei OlympiaWerk stand in Flammen. Der Brand griff auch auf einen daneben geparkten Opel über. Mehrere Balkone oberhalb nahmen Schaden, zum Teil drang Rauch in die Wohnungen des Hochhauses am Helene-Mayer-Ring. Der Besitzer des E-Nissan war zu diesem Zeitpunkt nicht in der Stadt – er geht von Brandstiftung aus.

Brandstiftung im Münchner Olympiadorf? „Irgendwer wirft seit Längerem Zeug aus dem Haus“

„Irgendwer wirft seit Längerem Zeug aus dem Haus“, sagt Treffer gegenüber unserer Zeitung. Einmal sei ein Nachbar mit einer Kartoffel beworfen worden, ein andermal fand der 58-Jährige Eier auf seinem Auto. Das Problem sei bekannt, der oder die Täter aber nicht. Treffer glaubt nicht, dass der Angriff gezielt gegen ihn ging. „Wir haben hier ein Parkplatz-Sharing-System. Statt meines Fahrzeugs hätte an der Stelle auch ein anderes stehen können“, so Treffer.

Christian Treffer hofft nach dem schlimmen Vorfall, dass der Unbekannte geschnappt wird.

Einen technischen Defekt schließt er aus, obwohl es in der Vergangenheit immer wieder zu Akkubränden bei Elektrofahrzeugen kam – so etwa im April in der Au. Als sich die Batterie eines E-Rollers entzündete, geriet eine Wohnung in Brand. Die Bewohnerinnen konnten in letzter Sekunde flüchten.

Nach Vorfall in München: Hat jemand Grill-Anzünder in das Auto geworfen?

Im aktuellen Fall sieht das aber offenbar anders aus. „Mein Akku ist weiter hinten im Fahrzeug, der hat gar nicht gebrannt“, sagt der Schreiner. Stattdessen, so seine Vermutung, hat jemand so etwas wie Grill-Anzünder-Würfel aufs Auto geworfen. Weiter berichtet er: „Wie mir Nachbarn erzählt haben, hat mein Fahrzeug am Sonntag sogar zwei Mal gebrannt!“

Beim ersten Mal gegen 12 Uhr habe eine Passantin das Feuer gelöscht, beim zweiten Mal kam die Feuerwehr. Beide Male sei die Polizei da gewesen. Und: Erst vor Kurzem hätten Nachbarn Glutnester auf dem Parkplatz gefunden. Die Polizei* bestätigt die zwei Einsätze am Sonntag. Ob es Brandstiftung war, konnten die Beamten noch nicht sagen – dies sei jedoch nicht ausgeschlossen.

Treffer beklagt einen Schaden von schätzungsweise über 40.000 Euro. Sechs Jahre hatte er den E-Nissan. Auf der Website seines OlympiaWerks schreibt er stolz, er sei Münchens* erster Schreinermeister, der mit einem Elektroauto unterwegs ist. „Ich will nicht, dass mir meine Enkel mal vorwerfen, ich hätte nichts für den Umweltschutz getan“, sagt er. Das Fahrzeug ist nun ein Totalschaden, auch das Werkzeug darin ist verbrannt. Aber: Zumindest wurde niemand verletzt. Treffer ist überzeugt: „Da hat jemand in Kauf genommen, dass Menschen getötet werden!“ Die polizeilichen Ermittlungen laufen auf Hochtouren. LAURA FELBINGER - *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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