Ost-West-Verbindung soll neun Kilometer lang sein

Große Pläne in der City: Neue Infos rund um Seilbahn-Projekt - wird sie doppelt so lang wie geplant? - Stadtrat gespalten

Die Darstellung zeigt einen möglichen Streckenverlauf für eine Seilbahn im Norden Münchens. Die Stadt könnte bald eine Seilbahn als Teil des öffentlichen Nahverkehrs bekommen.
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Die Darstellung zeigt einen möglichen Streckenverlauf für eine Seilbahn im Norden Münchens. Die Stadt könnte bald eine Seilbahn als Teil des öffentlichen Nahverkehrs bekommen.

In München ist eine Seilbahn geplant. Nun wird geprüft, ob sie doppelt so lang sein wird wie bisher vorgesehen. Der verkehrliche Nutzen soll so am größten sein.

Update vom 4. Dezember 2020, 16.36 Uhr: Die Idee, die geplante Seilbahn im Norden auf nahezu neun Kilometer zu verlängern, hat eine grundsätzliche Debatte im Stadtrat losgetreten. Die Grünen würden beispielsweise am Frankfurter Ring wegen der Erfordernisse der linienhaften Erschließung dieses Gebietes eine Straßenbahn für besser geeignet ansehen als eine Seilbahn. Paul Bickelbacher sagte auf Anfrage: „Die Verlängerungen der Strecke nach Osten, von der Studentenstadt nach Unterföhring, wird den Systemvorteilen der Seilbahn – Punkt zu Punkt-Verbindung und Überfahren nicht versiegelter Bereiche – aber am besten gerecht.“

Auch Andreas Schuster (SPD) will keine Parallelstrukturen aufbauen, wenn der Platz da wäre, um mit der Trambahn die gleiche Aufgabe zu erfüllen. „Seilbahnen sind ein interessantes Mittel, um Höhenunterschiede zu überwinden oder Autobahnen, Parks und Gleisanlagen zu überspannen. Als neuer Baustein des öffentlichen Personennahverkehrs müssen sie sich optimal in die Wegeketten einbinden. Darauf gilt es zu achten.“ CSU-Chef Manuel Pretzl sagte: „Die Seilbahn am Frankfurter Ring ist ein Projekt, das wir immer unterstützt haben. Es ist deshalb auch in unserem Sinne, dass die Stadtplaner alle möglichen Varianten gründlich prüfen. Für eine Bewertung der Pläne ist es dann wichtig, alle Details zu kennen. Wenn die Studie zu dem Schluss kommt, dass eine Verlängerung sinnvoll und auch baulich umsetzbar wäre, werden wir die genaue Streckenführung prüfen und bewerten.“- ska

Große Pläne in der City: Neue Infos rund um Seilbahn-Projekt - wird sie doppelt so lang wie geplant?

Meldung vom 3. Dezember 2020, 18.23 Uhr: München - Wird die Seilbahn im Münchner Norden doppelt so lang wie vorgesehen? Nach Informationen unserer Zeitung prüft die Stadt München* eine Trasse von der S-Bahn-Haltestelle Fasanerie (S1) bis zur Haltestelle Unterföhring (S8). Davon versprechen sich die Planer den größten verkehrlichen Nutzen.

Die ursprüngliche Variante sah über dem Frankfurter Ring eine Seilbahn zwischen den U-Bahn-Stationen Oberwiesenfeld und Studentenstadt vor. Die Strecke sollte 4,5 Kilometer lang sein. Die Kosten wurden auf rund 50 Millionen Euro geschätzt, davon würden Stadt und Freistaat je die Hälfte zahlen. Der Stadtrat gab bereits eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. Die sollte eigentlich Ende dieses Jahres vorgestellt werden. Doch daraus wird nichts.

Gondel in München: Studie wird sich um mindestens ein halbes Jahr verzögern

Die Studie wird sich um mindestens ein halbes Jahr verzögern. Grund ist, dass die Planer der Stadt eine viel längere Trasse untersuchen. Sie hätte eine Länge von nahezu neun Kilometern! Und diese Seilbahn würde wesentlich stärker frequentiert: Das Fahrgastaufkommen der Seilbahn von der Fasanerie bis nach Unterföhring soll mehr als doppelt so hoch sein wie das auf dem ursprünglich vorgeschlagenen Kernstück zwischen Oberwiesenfeld und Studentenstadt.

Derzeit liegt der Stadt lediglich die verkehrliche Bewertung möglicher Seilbahnvarianten vor. Ausstehend sind noch die Ergebnisse des Systemvergleichs der Seilbahn mit den klassischen Verkehrssystemen Tram und Bus. Ebenfalls fehlt noch die bauliche Prüfung der Machbarkeit. Die Verwaltung möchte erst dann die Öffentlichkeit beteiligen, wenn bestätigt wird, dass die vorgeschlagenen Varianten baulich umsetzbar sind.

Generell könnte die Seilbahn in etwa 50 bis 60 Metern Höhe über der Straße schweben. Bei einer Geschwindigkeit von rund 29 Stundenkilometern können 32 Personen pro Kabine und 4000 Menschen pro Stunde und Richtung befördert werden – 50 Prozent mehr als bei einer Tram. Die Kabinen sind barrierefrei zugänglich und ähneln dem Innenraum einer neuen U-Bahn. S. Karowski - *tz.de ist Teil des Ippen-Netzwerks.

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