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Türme auf Fabrikgelände

Mega-Projekt im Münchner Norden nimmt weiter Fahrt auf - „Kein Ort für Luxuswohnungen“

Innovativ: Das Düsseldorfer Büro ingenhoven architects schlägt drei Wohntürme mit geschwungenen Fassaden vor
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Innovativ: Das Düsseldorfer Büro ingenhoven architects schlägt drei Wohntürme mit geschwungenen Fassaden vor.

Es ist eines der größten Immobilien-Projekte Münchens: In Milbertshofen wird das ehemalige Knorr-Bremse-Areal umgestaltet. Für die Wohnbebauung im Norden wurden nun die siegreichen Architekturentwürfe präsentiert.

  • Im Norden von München entsteht ein modernes Quartier, unter anderem mit rund 500 Wohnungen.
  • Ein Großteil auf dem Areal ist fertiggestellt - zwei Architekturbüros kämpfen um die Finalisierung.
  • Abgeschlossen wird das Projekt plangemäß 2028. Sind auch Eigentumswohnungen vorgesehen?

München - Einst war es das Fabrikgelände der Knorr-Bremse. Nun wird das rund 25 Hektar große Industrieareal im Münchner Norden komplett umgewandelt. In ein modernes Quartier mit Wohnungen, Büros, einem Pflegeheim, Gastronomie, Einzelhandel, Kitas und Grünflächen. Das Projekt der Opes Immobilien, hinter der der Knorr-Bremse-Hauptgesellschafter und Lufthansa-Großaktionär Heinz Hermann Thiele steht, ist gewaltig. Zwei Hotels und mehrere Bürogebäude an der Moosacher Straße sowie der Wohnpark am Oberwiesenfeld sind bereits fertiggestellt. In Planung ist ferner ein 99 Meter hoher Büroturm mit 26.000 Quadratmeter Mietfläche, der Opes Tower.

Neubau in München-Milbertshofen: Lediglich Mietwohnungen statt Eigentum

Am Dienstag wurde nun der letzte Baustein des Gesamtprojekts vorgestellt. Genauer gesagt die beiden siegreichen Architekturentwürfe. Der Schwerpunkt des finalen Teilabschnitts bildet der Bereich Wohnen – und zwar für alle Altersgruppen, wie Opes-Geschäftsführer Jürgen Büllesbach bei einer Pressekonferenz hervorhob. Etwa 500 Wohnungen sollen entstehen. Allerdings nicht von heute auf morgen. Mit der Fertigstellung des letzten Bauabschnitts rechnet der Investor erst bis Ende 2028.

Bauprojekt Oberwiesenfeld: Offen und einladend: der zweite Siegerentwurf.

Wobei Investor der falsche Begriff ist. Denn auf dem kompletten Areal im Norden von München plant Opes alles aus einer Hand. Firmeneigner Thiele will nichts verkaufen, sondern nur vermieten. Sprich: In dem Projekt sind keine Eigentumswohnungen vorgesehen. Kraft des städtischen Prinzips der Sozialgerechten Bodennutzung (SoBoN) bei Bebauungsplangebieten ist garantiert, dass mindestens 40 Prozent preisgünstige Wohnungen entstehen. Allerdings gibt es Neubaugebiete in der Stadt, wo die restlichen Wohnungen umso teurer wurden – etwa beim Paulaner-Gelände am Nockherberg. Büllesbach versicherte mit Blick auf das Projekt auf dem Areal der Knorr-Bremse: „Dies ist kein Ort für Luxuswohnungen.“

Stadtbaurätin Elisabeth Merk sagte, es sei begrüßenswert, dass jemand so viele Mietwohnungen baue, der hier produziere. Laut Merk ist das neue Wohngebiet auch wegen der Nähe zum Olympiapark ein besonderer Ort. Und es ist ein Projekt, „das ohne den U-Bahnhof Oberwiesenfeld nicht denkbar gewesen wäre“.

Bauprojekt Oberwiesenfeld in München: Knorr-Mitarbeiter weichen

Welcher der beiden Entwürfe realisiert wird, dürfte sich im September entscheiden. Architektonisch gesehen hat sich die zwölfköpfige Fachjury auf einen eher konservativen und einen innovativen Baustil verständigt. Der progressivere Entwurf stammt von der ingenhoven architects GmbH aus Düsseldorf. Kernelement sind drei etwa 38 Meter hohe Wohntürme mit weichen und geschwungenen Fassaden. Die Jury spricht von einer stark identitätsmstiftenden Gestaltung. Den Entwurf des Münchner Büros Hilmer Sattler Architekten Ahlers Albrecht bewerten die Preisrichter als offen und einladend. Die Gebäude-Silhouetten seien vielfältig. Vorgesehen sind mehrere Häuser mit vier bis acht Geschossen sowie ein Hochpunkt mit 14 Etagen (45 Meter). Beiden Entwürfen gemein ist ein weitläufiger Park.

Das Entwicklungsgebiet auf dem ehemaligen Knorr-Bremse-Areal. Hier entsteht ein neues urbanes Quartier mit Büros, Wohnen, Einzelhandel und Gastronomie.

Am Münchner Standort der Knorr-Bremse mit seiner denkmalgeschützten Firmenzentrale, dem Herzstück des Geländes, sind aktuell noch weit über 2000 Mitarbeiter beschäftigt. Der Großteil der Betriebsfläche – für Verwaltung, Forschung, Entwicklung und Vertrieb – liegt nördlich des geplanten Wohngebietes. Sobald das neue Quartier fertiggestellt ist, werden alle Münchner Beschäftigten des Bremsenherstellers dorthin umziehen. Nur die Führungsebene bleibt in der denkmalgeschützten Zentrale. Direkt in der Nähe plant BMW ein neues Mega-Forschungszentrum.

Ende 2019 zeigte eine Untersuchung, wie teuer in München die Wohnungen geworden sind:

Penthouse à la Parasit“ - so heißt die Immobilie in bester Münchner Lage, die jetzt zum Verkauf steht. Das Objekt dürfte viele überzeugen - trotz vieler Eigenheiten.

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