Nach Wohnungsbau am Frankfurter Ring

Kritik an GWG-Plänen für neuen Bolzplatz

Früher und künftig: Der Plan zeigt, wie groß der Bolzplatz am Frankfurter Ring früher einmal war. 

Der Bolzplatz am Frankfurter Ring musste für Wohnraum weichen. Eine kleinere Version bleibt zumindest erhalten. Nun hat die GWG ihre Pläne vorgestellt.

München - Ganz versöhnlich sind die Mitglieder des Bezirksausschusses (BA) Milbertshofen-Am Hart noch immer nicht gestimmt. Im September hatte sich der Stadtrat für den Bau des Wohnhauses und gegen den Bolzplatz am Frankfurter Ring entschieden – und damit gegen den ausdrücklichen Wunsch der Lokalpolitiker und vieler Anwohner. Auf dem Grundstück zwischen Frankfurter Ring und Schmalkaldener Straße, bisher eine frei zugängliche Wiese mit zwei Fußballtoren, baut die städtische Wohnungsgesellschaft GWG ein fünfstöckiges Haus. Mit dem Bau im Rahmen des Programms „Wohnen für Alle“ wurde bereits begonnen. Bis Dezember 2017 sollen die 55 Wohnungen bezugsfertig sein.

GWG bemüht sich um verkleinerte Version

Einen Bolzplatz auf dem Areal soll es trotzdem wieder geben. Aufgrund der Proteste hat sich die GWG um einen Kompromiss bemüht, bei dem der Bolzplatz in kleinerer Version erhalten bleibt. Die „Spielwiese“ soll 41 mal 21 Meter groß sein und weiter der Stadt gehören. Außerdem plant die GWG im Süden zwischen Wohnhaus und Schmalkaldener Straße zwei zusätzliche Spielflächen mit Sandkasten und Spielgeräten.

Der verkleinerte Bolzplatz kommt auf die Ostseite des Grundstücks. Der Fußweg, der aktuell schon Frankfurter Ring und Schmalkaldener Straße verbindet, wird um ein paar Meter nach Westen verschoben. In Zukunft markiert er die Grenze zwischen GWG-Grundstück und städtischer Spielwiese. Auf der Nord- und Südseite des Bolzplatzes, wo die Fußballtore einmal stehen werden, sieht der Plan ein sechs Meter hohes Ballfangnetz vor. „Wir wollten keinen Käfig“, sagt Landschaftsarchitekt Michael Blanck. Deshalb gebe es auf der Ostseite in Richtung der Nachbargrundstücke einen nur zwei Meter hohen Zaun, zum Gehweg hin in Richtung Westen soll die Spielwiese dagegen offen sein.

Zwischen Wohnhäusern eingezwängt

Die BA-Mitglieder betrachten den ihrer Ansicht nach zwischen Wohnhäusern „eingezwängten“ Bolzplatz kritisch: Was, wenn Bälle auf Nachbargrundstücke fliegen? Was, wenn Kinder den Ball gegen den Zaun schießen? „Das verursacht Lärm. Wir fürchten Anwohner-Beschwerden“, sagt Mathias Kowoll (SPD). Laut GWG wurde deshalb ein Ballfangnetz aus wabenförmig gespanntem Draht ausgewählt. Der sei leiser als ein Stahlzaun. Blanck: „Wir können nicht ausschließen, dass da Bälle rüberfliegen, aber dann geht man zu den Nachbarn und klingelt.“

Planung ist „weltfremd“

„Romantisch und weltfremd“ findet Claus Wunderlich (FDP) die GWG-Pläne: Der Fußballplatz sei quasi unter den Fenstern der Nachbarhäuser. Der Abstand zwischen Spielfläche und Häusern beträgt rund sechs Meter. „Der Stadtrat ist verantwortlich für die Vernichtung der Spielfläche. Dementsprechend werden wir die Bürger, die sich bei uns beschweren, direkt ins Rathaus schicken“, sagt Erich Tomsche (CSU). Die GWG will den Plan den Nachbarn vorstellen, im Juli und August soll die Spielwiese gebaut und bepflanzt werden, vier Wochen später ist sie dank Rollrasen bespielbar.

Caspar von Au

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