FIS-Experte: "Lassen München nicht fallen"

Ist der Olympiaberg-Slalom in Zukunft sinnvoll?

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Zu grün für einen Slalom: der Olympiaberg.

München - Der Slalom auf dem Olympiaberg musste zum zweiten Mal in Folge und zum dritten Mal bei fünf Versuchen gestrichen werden. Macht das zukünftig überhaupt Sinn?

Die tz hatte es vorab exklusiv berichtet, am Donnerstag wurde es offiziell: Der für den 1. Januar geplante Slalom am Olympiaberg muss wegen der warmen Wetterbedingungen ausfallen. „Die Absage ist für uns sehr schmerzlich. Ganz besonders auch deshalb, da wir alles Mögliche dafür getan haben, den Zuschauern vor Ort ein noch spektakuläreres Ski-Erlebnis zu bieten“, sagte Olympiapark-Chef Arno Hartung. Auch OK-Chef Frank Seipp musste klein beigeben: „Dieses Mal hatten wir keine Chance, ausreichend Schnee zu produzieren, geschweige denn eine wettkampftaugliche Strecke herzustellen.“ Auch weil das erhoffte Schneedepot in Reit in Winkl nicht aushelfen konnte. Laut Bürgermeister Josef Heigenhauser erwarte man in diesem Jahr selbst dort grüne Weihnachten.

Der Slalom musste zum zweiten Mal in Folge und zum dritten Mal bei fünf Versuchen gestrichen werden. Macht das zukünftig überhaupt Sinn? Scheinbar ja, an ein Ende denkt niemand. Der DSV ist dem Event wohlgesonnen, Hartung erklärte, dass er vom Olympiapark-Aufsichtsrat „grünes Licht für die Durchführung bis 2020“ erhalten habe. Und auch der Internationale Skiverband FIS glaubt an eine Zukunft: „Wir werden München nicht fallen lassen“, sagte Günter Hujara der tz. Der 62-jährige technische Experte der FIS war bis zur letzten Saison Ski-Alpin-Renndirektor und hat den Weltcupkalender mitgestaltet, dort steht der Slalom bis 2018/19 im Programm. Der Vertrag zwischen der FIS und dem Park läuft 2015 aus. „Bei einem Event wie München schaut man nicht von Jahr zu Jahr. Wenn man so etwas auf die Beine stellen will, braucht es Planungssicherheit“, so Hujara.

Dass die FIS den Wettbewerb verabschiedet, ist ausgeschlossen. Ganz im Gegenteil, ab nächster Saison gibt es ein weiteres Stadtrennen. Hujara: „Stockholm ist zukünftig im Kalender. Und es gibt neue Terminüberlegungen, die auch München zum Vorteil gereichen könnten.“ Sprich: Am Termin, dem 1. Januar, hält die FIS nicht fest, am Rennen schon.

Mathias Müller

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