Verbotsschilder und Kontrollen

Radl-Verbot am Olympiaberg: Stadt will durchgreifen

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Eigentlich schon heute verboten: Mountainbiken auf dem Olympiaberg. Nun will die Stadt Verbotsschilder aufstellen.

Eigentlich ist Mountainbiken am Olympiaberg schon jetzt verboten. Bloß hält sich kaum einer daran. Jetzt will die Stadt durchgreifen – mit Verbotsschildern und verstärkten Kontrollen. 

München - Der Frühling naht – und damit schwingen sich auch immer mehr Menschen auf den Drahtesel. Gut fürs Stadtklima, wenn man stattdessen aufs Auto verzichtet. Doch in manchen Bereichen ist das Radeln unerwünscht, speziell rasante Mountainbiker sorgen für Unmut bei Fußgängern. Im Sommer 2016 hatte eine Anwohnerinitiative im Olympiapark eine Petition mit 119 Unterschriften an die Stadt überreicht. Darin wurde ein ausdrückliches Mountainbike-Verbot am Olympiaberg gefordert. Immer wieder komme es durch rücksichtslose Radler zu Konflikten mit Spaziergängern, hieß es. Auf einschlägigen Seiten im Internet würden die Vorteile des Mountainbikens am Olympiaberg sogar beworben, kritisierten die Unterzeichner.

Das städtische Baureferat beobachtete daraufhin die Situation vor Ort. Ergebnis: „Auch wenn die dargelegten Probleme als nicht so gravierend wie in der Petition dargestellt einzustufen sind, wird dennoch Handlungsbedarf gesehen, damit sich das auch im Internet beworbene Mountainbiken nicht noch weiter verstärkt und verfestigt“, heißt es in der Beschlussvorlage des städtischen Baureferats.

Eigentlich war Mountainbiken schon verboten

Die Behörde hatte nach eigenem Bekunden 20 Schwerpunktkontrollen durchgeführt. Dabei seien auch Parkbesucher befragt worden. Prinzipiell habe sich dabei die Einschätzung bestätigt, dass es nur vereinzelt Probleme zwischen Radfahrern und Fußgängern am Olympiaberg gebe. Nur in einem Fall sei eine Gruppe von Mountainbikern durch rücksichtsloses Fahren aufgefallen. Vereinzelt seien auch Schäden an der Vegetation durch das häufige Befahren mit Rädern festgestellt worden.

Kurios: Die städtische Grünanlagensatzung sieht zwar ausdrücklich die Nutzung für Erholungs- und Freizeitzwecke einschließlich sportlicher Aktivitäten vor. Mountainbiken in einer stark genutzten Grünanlage wie dem Olympiaberg widerspreche jedoch diesen Vorgaben, heißt es von der Verwaltung.

Das bedeutet: Eigentlich war Mountainbiken ohnehin schon verboten, bloß wusste das keiner so recht. Daher soll nun nach dem Willen des Baureferats mit Schildern auf das Mountainbike-Verbot hingewiesen werden. Zur Durchsetzung des Verbots kündigt die Stadt Sonderkontrollen an. Außerdem hat die Stadt Betreiber von Internet-Portalen, die das Mountainbiken am Olympiaberg bewerben, durch eine Rechtsanwaltskanzlei aufgefordert, dies zu unterlassen. Ansonsten würden gegebenenfalls weitere rechtliche Schritte eingeleitet.

Immerhin erwägt man im Rathaus, den Mountainbikern einen alternativen Trail anzubieten. Es werde geprüft, ob sich an der Südseite des Olympiabergs im Bereich des ursprünglich geplanten trockenen Bachbettes ein kleiner Rundkurs realisieren lassen könnte, so das Baureferat.

„So ein Mountainbike-Parcours hätte Charme“

Die großen Parteien im Rathaus stützen die Vorgehensweise der Verwaltung. Evelyne Menges von der CSU-Fraktion sagt: „Unsere Grünanlagensatzung sieht das Mountainbiken quer über den Rasen nicht vor.“ Man müsse hier die Interessen abwägen. Und die Sicherheit von Fußgängern habe Vorrang. Außerdem halte sie den Vorschlag des Baureferats, einen eigenen Trail anzulegen, für einen gangbaren Kompromiss. „So ein Mountainbike-Parcours hätte Charme.“

Stadträtin Anna Hanusch von den Grünen fände diese Möglichkeit auch gut. Von Verboten ist sie zwar prinzipiell nicht so begeistert. „Aber so wie einige Mountainbiker den Berg herunterheizen, ist das nicht tragbar“, sagt Hanusch. Das sieht SPD-Fraktionschef Alexander Reissl auch so: „Es geht um das Gebot der Rücksichtnahme. Spaziergänger sind immer die Schwächeren.“

Für Walter Dörfler, Vorsitzender des MTB-Clubs München, ist das Problem nicht neu. „Rowdys gibt es immer – und dann kommt so was halt in den Stadtrat.“ Er persönlich sei dagegen, das Mountainbiken am Olympiaberg zu verbieten. Aber er sei nicht verwundert, dass die Stadt reagiere. Für seinen Verein spiele das keine Rolle: „Wir fahren nicht am Olympiaberg. Die Wege dort sind zu bevölkert – und die Strecken zu kurz.“

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