Radler gedenken Loreeley

350 Aktivisten legen Todeskreuzung in Milbertshofen lahm

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Der Ort des tragischen Unfalls: Hier starb Anfang Mai die kleine  Loreeley.

Der tragische Unfalltod der kleinen Loreeley (9) hat München erschüttert. An der Todeskreuzung legten sich nun Aktivisten nieder und blockierten die Straße.

München - Normalerweise veranstaltet die Fahrrad-Initiative „Critical Mass“ jeden letzten Freitag im Monat eine fröhliche Radfahrt in München. Dieses Mal aber kamen die laut Veranstalter insgesamt 350 Teilnehmer zu einem stillen Gedenken an die kleine Loreeley (9) zusammen. Das Mädchen war am 8. Mai an der Kreuzung Schleißheimer-/Moosacher Straße in Milbertshofen auf dem Weg zur Schule von einem abbiegenden Lkw getötet worden.

Bei dem sogenannten „Die-in“, angelehnt an das Sit-in (einen Sitzstreik), legten sich manche der Radfahrer auf die Fahrbahn, andere blieben mit ihren Rädern stehen. Alle zusammen verharrten eine Minute lang schweigend – für alle Beobachter eine sehr eindrucksvolle Aktion.

Lkw-Assistenzsysteme schon verfügbar

Mit ihrer „Demonstration“ wollten die Radler darauf hinweisen, dass sich die Gestaltung von Kreuzungen und die Schaltung von Ampeln immer noch am Autoverkehr ausrichten. Zudem seien Lkw-Assistenzsysteme und 360-Grad-Kameras, mit denen sich solche Unfälle verhindern ließen, längst verfügbar, aber nicht verpflichtend, wie Thomas Sarnowski im Namen der Initiative mitteilte.

Der Asphalt gehört den Radfahrern: Diese Ansicht vertreten die Aktivisten der „Critical-Mass“-Bewegung, eine Form des kreativen Straßenprotests, die es inzwischen weltweit gibt. In München machen die Radl-Enthusiasten immer am letzten Freitag im Monat ab 18.30 Uhr auf ihre Gleichberechtigung gegenüber dem motorisierten Verkehr aufmerksam. Treffpunkt für interessierte Teilnehmer ist immer am Max-Joseph-Platz vor dem Nationaltheater.

Lesen Sie auch: Nach tödlichem Unfall: Loreeleys Schicksal soll andere retten

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Milbertshofen – mein Viertel“.

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