Außerdem unerlaubte Zahlungsdienste

Spediteure lagern gefährlichen Auto-Schrott

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Das Gerichtsgebäude für das Amtsgericht, das Landgericht I und II in München, das Oberlandesgericht und die Staatsanwaltschaft an der Nymphenburger Straße.

Dutzende Pkw und Laster waren noch mit Betriebsstoffen gefüllt und hätten den Boden verseuchen können. Außerdem tätigten sie unerlaubte Zahlungsdienste in Höhe von 1,8 Millionen Euro. Das Gericht verhängt Bewährungs- und Geldstrafen.

München - Zwei 26-jährige Speditionskaufmänner aus München und Neufahrn sind vom Amtsgericht wegen unerlaubtem Umgang mit gefährlichen Abfällen, unerlaubtem Betreiben von Anlagen und fahrlässigem Erbringen von Zahlungsdiensten zu sieben beziehungsweise sechs Monaten Haft auf Bewährung und jeweils 4000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. 

Die beiden Männer gründeten 2007 eine Gesellschaft, die Speditionsleistungen, insbesondere den Transport von Fahrzeugen in afrikanische und arabische Länder, anbot. Bei einer Kontrolle im März 2015 wurden auf ihrem Firmengrundstück in der Riesenfeldstraße in Milbertshofen 30 FCKW-haltige Kühlschränke, weiterer Elektroschrott und insgesamt 128 Pkw und Lkw gefunden. 38 Fahrzeuge waren, obwohl sie nicht mehr fahrtüchtig waren, noch mit Betriebsstoffen gefüllt. Die Männer nahmen damit die Verschmutzung des Bodens in Kauf. Außerdem hätten sie laut Gericht eine Genehmigung gebraucht, um das Grundstück als Abfall-Lagerplatz zu nutzen. 

Der Spediteur aus München war gleichzeitig Geschäftsführer einer weiteren Firma mit eigenem Geschäftskonto. Auf dieses gingen von Januar 2011 bis Mai 2015 insgesamt 2162 Überweisungen mit fünf- und sechsstelligen Beträgen ein. Der Münchner ließ sich die Beträge bar auszahlen und gab das Geld an Kunden im arabischen Raum weiter. Diese kauften mit dem Geld Kraftfahrzeuge in Deutschland, welche wiederum von der Firma der Angeklagten ins Ausland transportiert wurden. 

Pro Monat fanden im Schnitt 40 Geldtransfers mit einem Volumen von je 1,8 Million Euro statt. Auch für die Zahlungsdienste hatte der Mann keine Erlaubnis. Bei der Höhe der Strafe berücksichtigte das Gericht, dass die Angeklagten inzwischen ein anderes Geschäft betreiben und deutlich weniger umsetzen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Lisa-Marie Birnbeck

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