Stadt entscheidet

Wie wird das marode Olympiastadion saniert?

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Was wird aus dem Oly? Jetzt entscheidet das Rathaus!

München - Wie geht es mit dem Olympiastadion weiter? Bleibt es eine Arena – oder wird es ein Freiluft-Museum? Kommende Woche soll der Stadtrat entscheiden: Wir haben die wichtigsten Fakten!

Drei Tage Dröhnung: Kommenden Mai lässt das Festival Rockavaria den Olympiapark beben. Wenn die Schwermetaller das Stadion nicht dem Erdboden gleichmachen, muss sich die Stadt fragen: Wie geht es mit dem weltberühmten, maroden Erbe der Spiele von 1972 weiter? Bleibt es eine Arena – oder wird es ein Freiluft-Museum? Soll uns der Erhalt des Architektur-Juwels 15 Millionen Euro kosten – oder 77 Millionen? Kommende Woche soll der Stadtrat entscheiden: Wir haben die wichtigsten Fakten!

Marode: Seit Jahren wird im Stadion geflickt – jetzt kommt die Sanierung.

Seit Jahren wird im Olympiapark geflickt: Mal müssen die Arbeiter in der Halle an der Decke schrauben, mal wird im Stadion betoniert. Die Arena ist auf dem Stand der 70er Jahre – siehe die Glühbirnen-Anzeigetafel. Schließlich könnte die Generalsanierung eine halbe Milliarde Euro kosten! Die Stadt schindet seit Jahren Zeit wie ein Fußball-Team, das kurz vor Schluss knapp vorne liegt.

Jetzt kommt Bewegung in die Partie. Der Olympiapark hat für das Stadion mehrere Szenarien durchgerechnet. Die Ergebnisse liegen der tz vor. Das Rathaus muss entscheiden:

Die günstigste Variante wäre der Erhalt als Museum – keine Konzerte mehr, keine Veranstaltungen, nur Touristen-Führungen. Die Kosten lägen bei 15 Millionen Euro. Wenn am Stadion Flächen zur Vermietung etwa an Kreativfirmen entstünden, würde das 26 Millionen kosten. Das Oly stilllegen? Tatsächlich sollen sich die Stadtwerke als Pächter für die letztere Variante ausgesprochen haben – aus wirtschaftlichen Gründen.

Die mittlere Variante – „Bestand light“: Hier würde nur der Stadionbereich saniert, nicht aber der Tribünenbau mit den drei Ebenen, darunter der VIP-Bereich. Bei Veranstaltungen müssten zum Beispiel Umkleidekabinen in Containern aufgestellt werden. Die Kosten lägen trotzdem zwischen 42 und 52 Millionen Euro.

Schon immer – und noch heute – lieben auch die Superstars das Oly: Robbie Williams rockte etwa am 6. Juli 2003 rund 60 000 Fans.

Die beste Variante wäre auch die teuerste: Für 72 Millionen Euro würde auf den gleichen Standard voll saniert, für 76 Millionen gibt’s einen modernisierten Stand, für 77 Millionen sogar einen gehobenen Standard. Der Olympiapark selbst plädiert für die mittlere, dieser Optionen – die „Fokus“-Variante. Die Stadt will sich dem nach tz-Informationen anschließen. Dabei würde etwa die Regiekanzel vom Rost befreit (0,9 Mio.), die Kameras für die Polizei ausgetauscht (1,5 Mio.) und die altehrwürdigen Anzeigetafeln (1,1 Mio.).

Bürgermeister Josef Schmid (CSU) sagt: „Der Park ist Teil der Identität Münchens. Ich werde dem Stadtrat vorschlagen, die Sanierung des Olympiastadions entschlossen anzugehen. Da ist in den letzten Jahren leider einiges liegen geblieben.“ Nicht im Paket – aber wohl noch teurer: Das Zeltdach muss gerichtet werden! Letzte Schätzung: 80 Millionen Euro.

David Costanzo

Das kostet die Sanierung

Der Olympiapark ist den Münchnern lieb, aber auch teuer: Die letzte Schätzung der Kosten vom April 2013 belief sich auf 469 Millionen Euro! Das waren schon rund 70 Millionen mehr, als noch 2012 erwartet. Darin enthalten sind 111 Millionen Euro, die seit 2007 ausgegeben wurden, zum Beispiel für den Bau der Kleinen Olympiahalle. Wie es mit Eissportzentrum, Olyhalle und Event-Arena weitergeht, ist noch nicht beschlossen. Das hängt auch von einer Mega-Halle ab, die Red Bull bauen will.

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