Gondeln wir bald in die Stadt?  

Student entwirft Plan für Seilbahn als Alternative zur U-Bahnspange

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Wenn die Gondeln Pendler tragen: In Koblenz und Köln gehören Seilbahnen längst zum Stadtbild. Bald auch in München? Entsprechende Pläne würden zumindest vorliegen.

Einem Studenten schwebt eine Seilbahn für München vor. Die könnte von der Dülferstraße nach Fröttmaning verkehren und so eine Alternative zur geplanten U-Bahnspange U26 sein.

Dass so mancher in München auch schon mal hoch hinaus will, ist bekannt. Dass München der Verkehrskollaps droht, auch. Nun will einer hoch hinaus und damit gleich auch das Stauproblem lösen: Student Thomas Hirmer (27) schwebt eine Seilbahn für München vor. Die könnte in der Stunde bis zu 6000 Menschen von der Dülferstraße nach Fröttmaning bringen. Damit wäre sie eine Alternative zur U-Bahnspange U26. Für einen Bruchteil der Kosten.

Der gebürtige Münchner Hirmer hat in Österreich die Ausbildung zum Seilbahntechniker gemacht. Derzeit absolviert er im Rahmen eines Studiengangs eine Weiterbildung für den Bereich urbane Seilbahnen. Und da entstand der Gondel-Plan. Zunächst untersuchte er eine Trasse von Feldmoching aus über die Dülferstraße bis nach Fröttmaning und Unterföhring. Weil dieser Plan aber für das Studium zu zeitaufwendig geworden wäre, betrachtete Hirmer nur den Teilabschnitt zwischen der Dülferstraße und Fröttmaning.

Da gibt es zwei mögliche Trassen, eine würde nördlich des U-Bahnzugangs an der Dülferstraße beginnen, über das Helmholtz Zentrum Neuherberg bis nach Fröttmaning führen. „Das Zentrum ist ein großer Arbeitgeber und hat sehr viel Kundenverkehr“, sagt Hirmer. Die zweite Trasse würde südlicher verlaufen und näher an der Wohnbebauung liegen.

Der Seilbahn-Plan für den Münchner Norden: Variante wäre 4,06 km lang und hätte eine Fahrzeit von ca. 9 Minuten. Variante 2 eine Länge von 4,15 km und eine Fahrzeit von ca. 9.30 Minuten.

Für die Gondeln gibt es drei Varianten: eine Pendelbahn, eine Umlaufbahn und ein so genanntes 3-S-Bahn-System. Die Pendelbahn ist aus den meisten bayerischen Regionen bekannt. Die Gondeln fahren zwischen der Tal- und der Bergstation hin und her, pendeln also. Bei den Umlaufbahnen fahren die Gondeln sowohl hoch als auch hinunter, da sie in den Stationen umlaufen. Das 3-S-Bahn-System ist eine Umlaufbahn mit drei Seilen. Die Kabinen sind größer und schneller unterwegs. Bei diesem System wäre es möglich, in der Stunde 5000 bis 6000 Menschen zu befördern. Kosten würde eine 3-S-Bahn-Seilbahn etwa 30 Millionen Euro. Sollte sich Hirmers Idee durchsetzen, wäre eine Verbindung zur S-Bahn Unterföhring bis Englschalking möglich. Aber damit wollte schon mal wer anders hoch hinaus.

Sascha Karowski

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