Torquato-Tasso-Straße

Grund- und Mittelschule: Fehler der Baufirma verzögert Ausbau

+
Rechnet mit einem juristischen Nachspiel: Stadträtin Jutta Koller (Grüne) vor dem Fundament des Container-Pavillons. 

Baufirma setzt Erweiterung der Grund- und Mittelschule an der Torquato-Tasso-Straße in den Sand. Deshalb wird es erst im kommenden Schuljahr mehr Platz geben. 

München - Voraussichtlich mit Beginn des kommenden Schuljahrs bekommen die Buben und Mädchen der Grund- und Mittelschule an der Torquato-Tasso-Straße in Milbertshofen mehr Platz. Eigentlich sollten sie längst in einem Container-Pavillon unterrichtet werden. Doch Fehler einer Baufirma haben die dringend benötigte Erweiterung um ein Jahr verzögert.

Die Torquato-Tasso-Schulen brauchen dringend mehr Platz. Deshalb soll ein Pavillon aushelfen, der eigentlich schon zum Schuljahr 2016/2017 hätte fertig werden sollen. Allerdings entpuppte sich der Containerbau als komplizierter als gedacht: Ab Juni 2016 stand der Bau plötzlich still. „Die beauftragte Baufirma konnte die erforderlichen Daten zur Statik nicht liefern“, berichtet Silke Oswald, Rektorin der Grundschule.

Notgedrungen ist die Schule also ohne Zusatzräume ins Schuljahr gestartet – dank „großer Anstrengung und Kooperationsbereitschaft“ ohne Klagen, das wird Oswald nicht müde zu betonen. Schüler, Eltern und Lehrer fühlten sich trotz Raumnot wohl in der Torquato-Tasso-Schule. Alle hätten in der Notsituation gut zusammengearbeitet, berichtet die Rektorin. Die Lehrer hätten zum Beispiel auf das Lehrerzimmer verzichtet, damit ein zusätzlicher Unterrichtsraum zur Verfügung steht. „Bisher haben wir es als Schulfamilie sehr gut geschafft“, bestätigt Marianne Höpfl, Vorsitzende des Elternbeirats.

Derweil bemühen sich das Referat für Bildung und Sport sowie das Baureferat der Stadt um eine Lösung. Die Schuld an der Misere sehen die Beteiligten bei dem beauftragten Bauunternehmer. „Der Bauträger hat schon einige Container in den Sand gesetzt, im wahrsten Sinne des Wortes“, sagt Stadträtin Jutta Koller (Grüne). Sie rechne mit einem juristischen Nachspiel. Weil wegen des umfangreichen Schulbauprogramms der Stadt derzeit viele Münchner Schulen Container erhalten, sei der Markt „wie leergefegt“, sagt Schulleiterin Oswald. Vermutlich sei man auch deshalb an die offenbar überforderte Baufirma geraten.

„Wegen massiver Baumängel musste der Baufirma im Herbst gekündigt werden“, teilt das Baureferat auf Anfrage mit. Ein neues Unternehmen sei mit dem Bau des Pavillons beauftragt worden. Die alten, nicht beziehbaren Container wurden in einem ersten Schritt Anfang des Jahres weggeräumt. „Aufgrund der Kündigungsfristen hat sich der Bau weiter verzögert. Jetzt kann aufgeatmet werden“, sagt Silke Oswald. Die Rektorin rechnet damit, dass sich die Erweiterung der Torquato-Tasso-Schule nicht weiter verzögern wird.

Bis Anfang August sollen die neuen Räume fertig werden. „Das wäre gut, dann könnten wir den Pavillon in den Sommerferien möblieren“, sagt Marianne Höpfl vom Elternbeirat. Zum Schuljahr 2017/2018 wäre der Pavillon mit den „ganz, ganz dringend benötigten Räumen“ dann bezugsfertig. „Wenn das so klappt, wären wir alle sehr glücklich.“

„Es deutet nichts darauf hin, dass sich der Bau nochmal verzögern wird“, sagt Oswald. Umso mehr, als sie neue gute Nachrichten erhalten hat: Das bereits vorhandene Fundament der alten Container kann verwendet werden. Noch im März soll der zweite Anlauf des Pavillon-Baus beginnen.

Von Caspar von Au

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Deshalb machten die SWM 2016 Millionenverluste
Deshalb machten die SWM 2016 Millionenverluste
Faktencheck: Darum kostet die Wohnungsnot die Stadt Millionen
Faktencheck: Darum kostet die Wohnungsnot die Stadt Millionen
Fast 30 BMW geknackt: So dreist ging die Navi-Bande vor
Fast 30 BMW geknackt: So dreist ging die Navi-Bande vor

Kommentare