tz-Serie: Reiche Stadt - arme Stadt

Geförderte Wohnung: Es geht auch mit wenig Geld

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Das Geld für die Wohnungseinrichtung hat sich die Familie zwei Jahre lang zusammengespart.
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Das Geld für die Wohnungseinrichtung hat sich die Familie zwei Jahre lang zusammengespart
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Seit 2011 wohnt die Familie in der GWG-Anlage in der Dientzenhoferstraße in Harthof.
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Die Wohnung im Erdgeschoss hat vier Räume.
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Ein großes Bad...
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... eine moderne Küche...
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... und ein gemütliches Elternschlafzimmer.
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Die drei Mädchen teilen sich ein Schlafzimmer mit Stockbett und ein Spielzimmer.

München - Die tz hat sich in der Stadt umgesehen, wie unterschiedlich die Menschen hier wohnen. Heute gibt es einen Einblick in eine nach dem "München Modell" geförderten Wohnung in Harthof.

München gilt als teuerste Stadt Deutschlands. Wer hier wohnen will, muss ganz schön was hinlegen: Mit einem Mietpreis von durchschnittlich 12,19 Euro bei Neuvermietungen erreicht die Landeshauptstadt den deutschen Spitzenwert! Für Neubauwohnungen zahlen Mieter im Schnitt sogar 15,70 Euro pro Quadratmeter. Das können sich nicht alle leisten. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum nimmt stetig zu. Seit 2008 hat sich der kommunale Bestand an Sozial- und Belegrechtswohnungen um 4000 reduziert, so dass die Stadt und ihre Wohnungsgesellschaften nur noch über die Belegung von zehn Prozent aller Münchner Mietwohnungen entscheiden können. Die tz hat sich in der Stadt umgesehen, wie unterschiedlich die Menschen hier wohnen.

Es geht auch mit wenig Geld

Mama Sabine Eisensamer (28) ist gerade in Elternzeit, Papa Serdal (33) arbeitet über eine Leihfirma am Band. Trotzdem wohnt die Familie mit den Töchtern Selina (6), Sara (3) und Sina (2) in einer Vier-Zimmer-Wohnung. Das München Modell macht es möglich. „Anders könnten wir uns niemals eine so große Wohnung leisten“, sagt die gelernte Speditionskauffrau.

2011 zogen sie in die geförderte GWG-Wohnung in der Dientzenhoferstraße in Harthof. 91 Quadratmeter, ein kleiner Garten – für 1150 Euro warm. 371 Euro übernimmt das Wohnungsamt, den Rest zahlt die Familie. „Wir kriegen wegen unseres geringen Einkommens den vollen Zuschuss vom Amt“, sagt Sabine Eisensamer. 700 Euro bleiben der Familie nach Abzug der Miete im Monat zum Leben – nicht viel für fünf Personen. „Aber wir kommen zurecht. Es muss eben so günstig wie möglich gehen.“

Kinderkleidung kauft die gebürtige Münchnerin gebraucht oder im Schlussverkauf, vor dem Lebensmittel

einkauf durchforstet sie Sonderangebote. 5000 Euro hat die Familie für die Einrichtung der Wohnung ausgegeben: „Das Geld hatten wir uns zwei Jahre im Voraus abgespart.“ Die Couch im Wohnzimmer war ein Spar

angebot eines Möbelhauses, das Doppelbett im Schlafzimmer haben sie in Raten abbezahlt. „Wenn man die Ausgaben geschickt verteilt und nicht alles auf einen Schlag ausgibt, geht das.“ Nur auf Urlaube möchte die Familie nicht verzichten. „Aber auch da brauchen wir keinen Luxus – uns reicht auch mal ein Wochenende beim Opa in Dresden.“

Christina Meyer und Nina Bautz

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