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Flüchtlingsunterkunft war nie bewohnt und kommt jetzt weg

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Die Unterkunfts-Container an der Rathenaustraße kommen weg. Christine Frenzel, Vorsitzende des Vereins „Zukunft Am Hart“, verbucht das „auch ein bisschen“ als ihren Erfolg.

Undicht, giftiger Kleber, Defizite beim Brandschutz: Die Flüchtlingsunterkunft an der Rathenaustraße wird geschlossen, ohne je bewohnt gewesen zu sein. Die Stadt kündigt der Baufirma wegen „massiv mangelhafter Leistungen“.

München - Wende im Fall um die Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber an der Rathenaustraße, ehemals Thalhoferstraße: Die vor einem Jahr gebaute Containeranlage wird abgerissen, ohne dass jemals jemand in der Unterkunft gewohnt hat. Das teilte das Sozialreferat unserer Redaktion auf Anfrage mit.

Die unter Anwohnern und im Bezirksausschuss (BA) Milbertshofen – Am Hart sehr umstrittene Flüchtlingsbleibe ist seit Herbst 2015 eine Baustelle. In der Gemeinschaftsunterkunft hätten bis zu 200 Menschen unterkommen sollen. Ursprünglich sollten Flüchtlinge bis Juni 2016 einziehen, für fünf Jahre – bis Ende 2020 – war die Unterkunft genehmigt gewesen.

Aber seit vergangenem Juni stehen die Bauarbeiten still, die Container sind noch immer nicht bewohnbar und werden es nie sein: Es hapert am Brandschutz, durch die Außenwände regnet es rein, der für die Tapeten verwendete Kleber ist giftig, Elektroinstallationen entsprechen nicht den technischen Normen. Die Mängelliste ist lang. Das Baureferat hat über mehrere Monate hinweg das mit dem Bau beauftragte Unternehmen aufgefordert, die Mängel zu beheben – ohne Erfolg. „Wegen massiv mangelhafter Leistungen“ wurde der Baufirma nun gekündigt. Weil eine Sanierung der Anlage sowie ein Rückbau und anschließender Neubau nur mit einem „unverhältnismäßigen Aufwand“ möglich sei, bliebe nur der Abriss, heißt es in einer Stellungnahme des Sozialreferats.

Auch weil es aktuell weniger Asylsuchende als noch 2015 gebe, sei ein Neubau „nicht zwingend erforderlich“. Das steht im Gegensatz zu den Aussagen von Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) und Rudolf Stummvoll, dem Chef des Amtes für Wohnen und Migration, die die Gemeinschaftsunterkunft auf der Bürgerversammlung im Juli 2016 noch als „unverzichtbar“ bezeichnet hatten. Für den BA-Vorsitzenden Fredy Hummel-Haslauer (SPD) kommt die Wende trotzdem nicht überraschend: Aufgrund der anhaltenden Probleme mit der Baufirma habe er mit einem Abriss gerechnet.

Christine Frenzel, Vorsitzende des Vereins „Zukunft Am Hart“, verbucht die Wende „auch ein bisschen“ als ihren Erfolg. Immer wieder hat sie versucht, „den Mitarbeitern in den Referaten die Augen zu öffnen“. Vergangene Woche ist Frenzel auf den BA zugegangen: „Die Gemeinschaftsunterkunft rottet vor sich hin. Was passiert da eigentlich?“ Es liege Schutt herum, Türen stünden offen. „Das sah schon letztes Frühjahr aus wie auf der Müllhalde“, sagt sie. Die Anwohner seien von Anfang an gegen den Bau der Flüchtlingsunterkunft gewesen.

Mitglieder des Vereins „Zukunft Am Hart“ hatten vor dem Verwaltungsgericht sogar gegen die Containeranlage geklagt: Die Unterkunft sollte nämlich auf dem Grund einer städtischen Grünfläche, eines Parks entstehen. Das Gericht wies die Klage zurück. Auch die Bürgerversammlung im Sommer lehnte den Antrag des Vereins, die Unterkunft abzureißen und den Park wiederherzustellen, mehrheitlich ab.

Doch genau das passiert nun. „Ein bisschen schizophren“ nennt Frenzel das, letztendlich sei man aber froh, dass die Container endlich wegkommen. Auch der BA-Vorsitzende ist erleichtert: „Es freut uns, dass der Stadtteil den Park als Spielfläche, als Erholungsfläche wiederbekommt“, sagt Hummel-Haslauer. „Die zwölf Bäume sind aber wohl unwiederbringlich gefällt.“ Es wird einige Zeit dauern, bis der Park wieder so hergestellt ist, wie er einmal war. 

Lesen Sie hier: Nach vereiteltem Anschlag auf Asyl-Unterkunft in Milbertshofen - Angst um Akzeptanz im Viertel

Caspar von Au

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