Schon 16.000 Euro an Spenden eingegangen

Loreeleys Tod als Mahnung: So soll Kindern geholfen werden

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„Wir vermissen Dich sehr. Du wirst immer in unseren Herzen bleiben.“ Diesen Brief hat Loreeleys Mutter an der Unfallstelle niedergelegt.

Was können Eltern und Kinder aus dem tödlichen Fahrradunfall der kleinen Loreeley lernen? Darüber debattiert nun die Polizei. Derweil gehen auf dem Konto der Mutter zahlreiche Spenden ein.

München - Immer wieder bleiben Kinder mit ihren Eltern, Fußgänger und Radfahrer an der Gedenkstätte für Loreeley in Milbertshofen stehen. Nach der Tragödie, bei der das Mädchen auf dem Weg zur Schule tödlich verunglückte, nehmen viele Anteil an dem Schicksal. Gleichzeitig werden auch Forderungen laut, die Kreuzung sicherer zu machen. Anwohnerin Anna R. hat selbst zwei Kinder im Alter von zwei und vier Jahren. Die 33-Jährige wünscht sich Schülerlotsen für die Kreuzung. Denn manche Eltern könnten ihre Kinder nicht jeden Tag in die Schule begleiten.

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Laut Kreisverwaltungsreferat (KVR) ist diese Kreuzung grundsätzlich als Standort für den Schulweghelferdienst genehmigt. Doch bisher hat sich kein Ehrenamtlicher für den Standort gemeldet. Daher ist die Kreuzung derzeit unbesetzt (Weitere Infos unter www.muenchen.de/schulwegdienste). Nach Angaben des KVR wurde die Kreuzung nach einem tödlichen Abbiegeunfall im April 2004 so umgebaut, dass es für Rechtsabbieger in südliche Fahrtrichtung eine eigene Ampel gibt, die getrennt vom parallelen Fuß- und Radverkehr ist. 

Anna R. wünscht sich Schülerlotsen.

Rechtsabbieger haben grün - Radler rot

Ampeltechnisch sei somit für Radfahrer die maximale Lösung umgesetzt worden: Neben den beiden Rechtsabbiegerspuren gibt es einen abgetrennten Radweg bis zum Kreuzungsbereich der Moosacher Straße. Die Rechtsabbieger haben eine eigene Grünphase. Während dieser Zeit hat der Radverkehr Rot. Bis für den Radverkehr die Ampel auf Grün schaltet, vergehen acht Sekunden. Nach dem Tod der kleinen Loreeley wird die Unfallkommission, bestehend aus städtischen Dienststellen und der Polizei, die Kreuzung nun erneut begutachten.

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Die Polizei empfiehlt unterdessen, Kindern ein Handlungskonzept an die Hand zu geben, wie sie sich in bestimmten Situationen im Straßenverkehr verhalten sollen. Der Beamte Jürgen Bittner, unter anderem zuständig für die Verkehrserziehung, empfiehlt, den Buben und Mädchen zu Fuß an Ort und Stelle zu erklären, wo die Gefahren lauern und wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten sollen. Es komme insbesondere darauf an, dass Kinder verstehen, wann Lkw-Fahrer sie nicht sehen können. „Im Verkehrszentrum können Kinder in die Rolle eines Lkw-Fahrers schlüpfen und selbst testen, was sie sehen und was nicht“, sagt Bittner. Wichtig seien darüber hinaus auffällige Kleidung und bei Radfahrern ein Helm.

Lkw-Fahrer werden zu vorsichtigerem Abbiegen animiert.

16.000 Euro an Spenden auf Konto eingegangen

Auf dem PayPal-Spendenkonto für Loreeleys Mutter (https://www.paypal.com/pools/c/84hyAbRGut) sind derweil mehr als 16.000 Euro eingegangen. „Wir sind überwältigt“, sagt Moritz Lindebner, ein enger Freund der Mutter. Bei allem Schmerz denkt Loreeleys Mama auch an den Fahrer des Lkw. Sie empfinde weder Hass noch Wut, erzählen ihre engsten Freunde.

Ein öffentlicher Gottesdienst zum Gedenken an die kleine Loreeley findet an diesem Dienstag ab 19 Uhr in der Kirche St. Georg am Milbertshofener Platz statt.

Nach Loreeleys Tod informierte die Polizei am Unfallort über Rücksichtnahme im Verkehr.

Stefanie Wegele

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