Opfer erhält Schmerzensgeld

Milchbar-Besucher von Klofrau verprügelt

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Michael M. vor zwei Jahren, als er von der Klofrau und einem Türsteher verprügelt worden war

München - Michael M. ist in der Milchbar von der Klofrau und einem Türsteher verprügelt worden. Jetzt kam es zum Prozess. "Ich hatte danach einen Schuhabdruck an der Stirn", erinnert sich das Opfer.

Michael M. vor Gericht (o.)

Michael M. (24) war mit seinen Spezln im Winter 2011 feiern – erst auf dem Tollwood, dann in der Milchbar. Dort geschah der bare Wahnsinn: M. wurde im Treppenhaus des Clubs verprügelt – von der Klofrau und einem Türsteher! Beide wurden nun in zweiter Instanz vom Landgericht München I zu Geldstrafen wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Noch im Gerichtssaal überreichten sie Michael M. zudem jeweils 600 Euro Schmerzensgeld, so der Münchner Merkur.

Das Opfer erinnert sich vor Gericht: Gegen drei Uhr morgens ging er zum dritten Mal auf die Toi­lette. Die Toilettenfrau sei wütend gewesen, weil er – wie bei den beiden Malen zuvor – kein Trinkgeld gab. „Sie ist mir hinterhergelaufen und hat mich angetippt. Als ich mich umdrehte, hatte ich ihre Faust im Gesicht.“

M. wehrte sich mit einem Schlag. Das Gericht ging später davon aus, dass er die 32-jährige Toi­lettenfrau dabei mit seinem Glas im Gesicht verletzte. Sie behauptet, er habe zuerst zugeschlagen. Nun kam einer der Türsteher dazu. Ein kräftiger Mann, damals 22 Jahre alt. Er zerrte Michael M. durch eine Nebentür ins Treppenhaus. Die Toilettenfrau ging hinterher – und gemeinsam traten sie auf den Clubgast ein. Mindestens drei Mal trafen sie ihn am Kopf. „Ich hatte danach einen Schuhabdruck an der Stirn“, sagt Michael M, der tagelang nicht arbeiten gehen konnte. Er erstattete Anzeige.

Die erste Entscheidung fiel im Januar 2013: Das Amtsgericht München verurteilte Türsteher und Toilettenfrau zu jeweils acht Monaten auf Bewährung. Die Frau verlor ihren Job, der Türsteher ist heute Dachdecker. Weil beide Verurteilten Berufung einlegten, ging’s vors Landgericht.

Dort einigte man sich jetzt auf eine Geldstrafe: 1170 Euro für die Frau und 2250 Euro für den Mann sowie je 600 Euro Schmerzensgeld an M. Er kann mit diesem Urteil leben.

Ann-Kathrin Gerke

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