Landwirte fordern Unterstützung

Milchbauern wollen aus Protest nach Brüssel ziehen

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Die Landwirte wollen einen Protestzug nach Brüssel starten.

München/Brüssel - Hunderte Milchbauern aus Deutschland wollen sich am Wochenende mit ihren Traktoren auf den Weg nach Brüssel machen.

Vor allem aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz seien Protestfahrten zu einem Treffen der EU-Agrarminister geplant, sagte Hans Foldenauer vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in München: „Wir rechnen mit 300 Schleppern.“ In Brüssel wollen die europäischen Agrarminister am Montag (7. September) über die angespannte Lage beraten. Tausende Bauern werden nach Angaben von Verbänden dann zu Protesten in die belgische Hauptstadt kommen. Es wird ein Verkehrschaos befürchtet.

Am Dienstag hatten Tausende Milchbauern in München demonstriert und der Bundesregierung Tatenlosigkeit vorgeworfen. Viele der rund 80 000 Milchbauern in Deutschland stehen vor dem Aus, weil der Milchpreis zuletzt drastisch gesunken ist und ihre Einnahmen dahinschmelzen.

In Bayern hoffen Landwirte nach einem Gespräch mit Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) auf Unterstützung. Seehofer habe zugesagt, die Lage der Milchbauern im Kabinett zur Sprache zu bringen, berichtete Foldenauer. Mehrere Milchbäuerinnen hatten die Nacht zum Mittwoch in einem Zelt vor der Münchner Staatskanzlei verbracht.

Umstritten bleibt auch die Rolle des Handels. Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) kritisierte die Branche. „Ich habe jetzt den Bundeslandwirtschaftsminister gebeten, kartellrechtlich prüfen zu lassen, ob die Lebensmitteleinzelhandels-Monopolisten mit ihren Preisdiktaten gegenüber den Erzeugern ihre Markstellung missbrauchen“, sagte er der „Schweriner Volkszeitung“ (Donnerstag). Eine Antwort steht nach Angaben eines Ministeriumssprechers noch aus.

In Paris protestierten am Donnerstag Bauern mit einer Kolonne Hunderter Traktoren gegen die Krise der französischen Landwirtschaft. Sie sehen sich wegen niedriger Preise für Fleisch und Milch bedroht.

dpa

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