Bewährung wegen Sex-Nötigung

Milde Strafe für Professor - aber mit einem großen Makel muss er nun leben

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Vor dem Urteil angespannt: Siegfried Mauser (62).

München - Er vergrub den Kopf in seinem Armen und wartete. Sekundenlang verharrte Siegfried Mauser am Mittwoch in dieser Pose. Dann endlich, um 15 Uhr, fiel das Urteil gegen den früheren Rektor der Musikhochschule.

Richter Markus Koppenleitner sprach ihn schuldig der sexuellen Nötigung. Aber nur in einem der zwei angeklagten Fälle. Und Mauser hatte noch Glück: Die verhängte Strafe von neun Monaten Haft wurde zur Bewährung ausgesetzt – auch dank des geschickten Plädoyers seines Verteidigers Alexander Betz. Er hatte ausgeführt, dass Mauser keine Gewalt gegen seine beiden Kolleginnen angewendet habe. Die Frauen widerum hatten dem Professor schwere Übergriffe vorgeworfen.

Bereits vor acht Jahren hatte sich der Fall ereignet, der nun im Berufungsprozess erneut abgeurteilt wurde: An jenem Tag hatte Mauser eine Kollegin in sein Büro gebeten. Laut Richter hatte er sie an der Tür regelrecht überfallen, gegen ihren Willen mit der Zunge geküsst und sie dabei an den Schultern festgehalten. Die Situation entspannte sich kurz. Doch nur Minuten später hatte Mauser ihre Hand anzüglich in seinen Schoss gepresst.

Die Staatsanwaltschaft forderte dreieinhalb Jahre Haft. Mauser bestritt die Taten bis zuletzt – entschuldigte sich aber, falls sein „libertärer Umgang“ missverstanden wurde. Laut Urteil ist der berufene Musiker nun ein Sexualstraftäter. 

A. Thieme

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