Bettel-Mafia: Milde Strafen für Sklaventreiber

München - Grinsend ließen sie sich auf die Anklagebank führen: Die drei Sklaventreiber der Bettelmafia wussten schon vorher, dass sie vor Weihnachten in ihre Heimat nach Rumänien fahren durften.

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Bettel-Mafia: Die brutale Wahrheit

Die Anklage gegen Amza I. (33), Csaba Ö. (33) und Ion A. (26) lautete auf schwere räuberische Erpressung und schweren Menschenhandel. Strafmaß: Mindestens drei Jahre Gefängnis. Staatsanwalt Kecker warf den drei Angeklagten vor, den nach Deutschland gebrachten Bettlern fast das ganze erschnorrte Geld abgenommen zu haben. Wer von den armen Teufeln nicht parierte, wurde laut Anklage mit dem Tode bedroht. Weitere Drohung: Die Familie in der Heimat werde ausgelöscht! Den Bettlern wurden „Bettelkarten“ mit einer Lügengeschichte in die Hand gedrückt. Darauf stand, die Familien hätten durch ein Hochwasser Hab und Gut verloren. Die Wahrheit: Im rumänischen Brasov (früher Kronstadt) gab es nie eine Flut.

Doch schon im Vorfeld des Prozesses wurde ein „Deal“ ausgehandelt: Die Angeklagten gestehen, dafür kriegen sie Haftstrafen auf Bewährung. Im Prozess stellte niemand mehr Fragen nach der Hierarchie innerhalb der Gruppe. Kein Richter fragte die Angeklagten nach ihren Hintermännern. Niemand fragte, an wen die Angeklagten das den Bettlern abgepresste Geld geschickt wurde. Und niemand fragte, wie sie die angeblich bettelarmen Angeklagten teure Wahlverteidiger leisten konnten.

Aus der räuberischen Erpressung machte das Gericht eine Nötigung. So konnte man das Strafmaß heruntersetzen: Die Täter wurden zu 18 und 24 Monaten haft verurteilt – alle auf Bewährung. Im Gerichtssaal warteten schon „Freunde“, um die Angeklagten abzuholen.

E. Unfried

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