Millionärstreffen: Wenn man plötzlich reich ist

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Reich, aber nicht protzig: Die drei SKL-Millionäre Siegfried Köpke, Vesna Vekic und Wolf H. lernten sich im Millionärsclub kennen. Heute sind sie Freunde

München - Millionär sein – wer träumt nicht davon? Für Vesna Vekic, Siegfried Köpke und Wolf H. ist dieser Traum in Erfüllung gegangen. Doch was passiert eigentlich, wenn das eigene Konto über Nacht millionenschwer ist?

Andrea Guggenberger

Vorsorgen ist Trumpf

Es war der 4. Mai 2010, als für Siegfried Köpke aus Greifswald ein Traum in Erfüllung ging. Über Nacht hatte er eine Million Euro auf seinem Konto. Der 52-Jährige erinnert sich noch genau an den Moment des Gewinns: „Als ich damals den Brief von der SKL bekam, habe ich mir schon gedacht, dass ich jetzt was gewonnen habe.“ Als es dann aber nur die Einladung zur Sendung war, war der Greifswalder fast ein bisschen enttäuscht. Heute lacht er drüber – schließlich gewann er dort eine Million Euro.

Der ehemalige Heizungsmonteur war zum Zeitpunkt des Gewinns bereits zehn Jahre lang arbeitslos und pflegte seine kranke Mutter daheim. Auch mit der Million auf seinem Konto änderte sich nicht viel: Noch immer lebt er im Haus seiner Mutter, fährt ein bescheidenes Auto – und das Handy ist auch noch das alte. Was hat Siegfried Köpke denn mit der Million gemacht? Er kaufte sich einen Rassehund – die Deutsch-Strata-Hundedame Claire. Ansonsten sorgt er mit dem Geld vor, für die Zukunft: „Ich baue gerade mein Haus behindertengerecht um, mit großer Dusche und ohne Treppen.“

Auch im Freundeskreis hat sich nicht allzu viel geändert. Noch immer trifft er die selben Kumpels wie zuvor. Nur die Frauenwelt, da hapert’s noch. „Bisher wollten alle nur mein Geld.“ Doch die Hoffnung, seine Herzdame zu finden, hat Köpke noch lange nicht aufgegeben.

„Ich genieße ohne Sorgen“

„Ich hab mich damals wie ein Popstar gefühlt“, sagt Vesna Vekic. Die heute 49-Jährige gewann am 26. Juni 2005 sagenhafte fünf Millionen Euro. Die Münchnerin erinnert sich gerne an den Moment zurück, der ihr Leben veränderte. Vor dem Gewinn besaß die gelernte Krankenschwester eine kleine Boutique. Ein halbes Jahr nach dem Millionengewinn verkaufte sie den Laden – und genießt seitdem das Leben mit ihrem Mann Michi. Langweilig ist ihr aber ohne Arbeit nicht. Jetzt könne sie jeden Tag das machen, was sie will – ohne Sorgen.

Und dann gibt es ja auch noch den „SKL-Millionärsclub“. Die Idee zur Gründung kam, weil „ich eigentlich nur neugierig war“. Vekic erinnert sich: „Ich wollte die Gewinner vor mir treffen und erfahren, was sie so mit ihrem Geld gemacht haben.“

Sie selbst gönnte sich damals zuerst zwei Olivenbäumchen für die Terrasse. Vor dem Gewinn sei sie immer zu geizig gewesen, sich eine der Pflanzen zu kaufen. Zehn Prozent des Gewinns verteilte sie an Freunde und Familie. Doch so mancher gönnt ihr bis heute den Gewinn nicht. Auch landen immer wieder Bettelbriefe im Briefkasten der gebürtigen Kroatin. Selbst im Freundeskreis hat sich einiges verändert: „Er ist kleiner geworden“, sagt Vekic. Doch fürs Glücklichsein braucht Vesna Vekic sowieso kein Geld – sondern nur ihren Mann Michi: „Ich fühle mich, als wäre ich endlich angekommen.“

Kehrseiten des Geldes

Er war ganz früh dran: Wolf H. (52) aus Stuttgart wurde im Jahr 2001 der zweite Gewinner der SKL-Show. Sein Konto wurde über Nacht um zehn Millionen Mark schwerer. Trotzdem: Wolf H. arbeitete nach dem Gewinn weiter als Anwalt für Baurecht. Die Millionen ermöglichten ihm und seiner Familie den Traum vom großen Eigenheim. Doch gebaut hat er nicht selbst: „Da ich mich im Baurecht sehr gut auskenne und weiß, was alles so passieren kann, würde ich mir niemals selbst ein Haus bauen.“

Lieber kaufte er ein fertiges. Doch so viele Probleme das Geld auch löste, es schaffte auch neue. „Mit dem Gewinn ging das Mitgefühl der anderen. Man gehörte auf einmal einfach nicht mehr dazu“, sagt Wolf. Schlechte Tage wurden von Freunden nicht mehr akzeptiert. Das Geld habe ihn nach Ansicht vieler Freunde ja glücklich machen müssen. Auch Hunderte von Bettelbriefen erreichten den 52-Jährigen – zum Teil auch mit seltsamen Aussagen. Geknausert hat Wolf mit seinem Gewinn aber nicht: Sowohl die Familie als auch Freunde haben etwas vom Millionen-Gewinn abbekommen.

Heute ist Wolf H. sehr engagiert. Mit seinem Projekt Gordon’s Family Gespräch fördert er jugendliche Hauptschüler. Das macht ihm Spaß. „Ich lerne, mit Jugendlichen umzugehen und ihre Sprache zu sprechen. Ich kann sie so viel besser verstehen – auch meine Kinder“, lacht er.

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