"Ja, es stimmt!"

2,3 Millionen! Banker gesteht Anlage-Betrug

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Renée G. (41) legte am Landgericht ein Geständnis ab.

München - Gegen den 41-jährigen Renßee G. begann am Dienstag am Landgericht ein millionenschwerer Betrugsprozess. Der Angeklagte legte ein Geständnis ab.

170 000 Euro Jahresgehalt waren ihm nicht genug. Weil sich Renée G. (41) mit dem Vorstand seiner Software-Firma überwarf, wurde er im Oktober 2012 gefeuert und machte sich anschließend selbstständig. „Von da an ging es für mich bergab“, sagte der gelernte Bankkaufmann. Gegen ihn begann am Dienstag am Landgericht ein millionenschwerer Betrugsprozess.

„Ja, es stimmt, was in der Anklageschrift steht“, räumte Renée G. ein und legte ein umfassendes Geständnis ab. Anderthalb Jahre lang hatte er seit Silvester 2012 Kreditgeber für ein angeblich innovatives Anlagemodell angeworben. Die Geldgeber köderte er mit dem Versprechen, an diversen Kapitalmärkten Spitzen-Renditen von zwei Prozent pro Woche zu erzielen. Jeweils die Hälfte des Gewinns sollte an die Investoren fließen. Tatsächlich gab Renée G. das Geld aber privat aus – und prellte seine Geldgeber um ihre Darlehen, die jeweils bis zu 150 000 Euro betrugen. 80 Betrugsfälle mit insgesamt 2,3 Millionen Schaden listet die Anklage der Staatsanwaltschaft. Das Hintergrundwissen hatte G. aus jahrelanger Arbeit für Banken in Deutschland und Luxemburg gesammelt. „Ich war immer für private Kunden im Anlagebereich zuständig“, sagt er.

Dass seine Renditen gierige Anleger anlocken: Das sei ihm klar gewesen. „Ich wusste auch, dass die Sache schief gehen kann“, sagte G. reumütig aus. „Üblicherweise hätte man nach zwei oder drei Monaten hinschmeißen müssen, dann wäre ein vergleichsweise geringer Verlust entstanden.“ Erst im September 2014 kam ihm die Polizei auf die Schliche.

Jetzt muss der Betrüger nicht nur in den Knast. Sondern das Geld auch persönlich zurückzahlen! „Nach der Haft will ich deshalb so schnell wie möglich wieder arbeiten“, sagte G.

Andreas Thieme

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