Anwalt um Millionen geprellt

4 Jahre Haft für diesen Ex-Spitzenbeamten?

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Dr. Clemens L. hat den fiesen Betrug gestanden.

München - Clemens L. ist tief gefallen. Vor einigen Jahren schrieb er noch für dem damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber Reden. Vor Gericht gab er jetzt zu, ein fieser Betrüger zu sein.

Vor einigen Jahren war er noch auf dem Höhepunkt seiner Karriere: Clemens L. (56) arbeitete als Jurist in der Staatskanzlei, war Ministerialrat unter Edmund Stoiber und schrieb für ihn Reden. Doch inzwischen ist Clemens L. tief gesunken: Vor dem Landgericht gab er kleinlaut zu, dass er ein ganz fieser Betrüger ist, der einen Anwalt um fast drei Millionen Euro gebracht hat!

Als Stoiber nach Berlin wechselte, gab es für den Spitzenbeamten keinen Platz mehr: Er wurde 2005 in Ruhestand geschickt und erhält monatlich 2400 Euro aus der Staatskasse. Sein Zuverdienst als Schreiber für die rechtsextreme National-Zeitung brachte nicht viel ein.

Ans große Geld kam er (für kurze Zeit) durch ein raffiniert gestricktes Ganovenstück: Er verkuppelte seine Adoptivtochter Christina (33) an einen reichen Anwalt. Dieser wurde bald unter Druck gesetzt: Christinas Großonkel, ein angeblicher Mafia-Boss in Italien, stellte Forderungen: Die Hochzeit musste „standesgemäß“ sein, die Frau brauche auch eine schicke Wohnung. Wenn nicht, könne der Anwalt schnell mal „einbetoniert“ werden. Der Wirtschaftsjurist nahm die Drohungen ernst, überschrieb ihr eine Wohnung für 2,1 Millionen und machte über 800 000 Euro Bargeld locker.

„Der Geschädigte wurde ausgepresst wie eine Zitrone“, so der Staatsanwalt am Donnerstag. Er forderte über vier Jahre Haft. Das Urteil fällt nächsten Freitag. Der Prozess gegen Christina, die vor Gericht die Schwerkranke mimte, wurde abgetrennt.

Ebu

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