Millionen-Flop mit Müll-Halle

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Die Röchlingghalle wurde nie genutzt. Die Stadt verkauft nun das Grundstück. Der Abriss kostet über eine Million Euro.

München - Die Stadt hat einen vor 22 Jahren gekauften Bau niemals genutzt. Dort sollte eigentlich eine Müll-Halle hinein kommen. Herausgekommen ist nichts - außer einem Schaden von 15 Millionen Euro.

Es war die Zeit des Mauerfalls, als die Stadt 1989 im Euro-Industriepark für 24 Millionen eine riesige Halle kaufte, weil sie dort eine Sortieranlage für Gewerbemüll plante – die Röchlingghalle. Die Anlage wurde aber nie errichtet. Gestern beschloss die Stadt in geheimer Sitzung, dass die Halle abgerissen und das Grundstück verkauft werden soll. Die Rathaus-CSU spricht von 15 Millionen Euro Wertverlust.

„Spätestens 1994 war klar, dass das Amt für Abfallwirtschaft die Halle nicht braucht“, so CSU-Fraktionsvize Hand Podiuk. Damals forderte die CSU den Verkauf der Halle, Rot-Grün lehnte ab: Es könnte sein, dass die Stadt Bau und Grund für etwas anderes braucht. Brauchte sie aber nicht, die Halle wurde vermietet. Voriges Jahr erbrachte eine CSU-Anfrage, dass die Halle nur noch zehn Millionen Euro wert ist, schon ein Wertverlust von zwei Millionen Euro.

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Podiuk schimpft: „Hätte man die Halle 1994 verkauft und das Geld in Bundesschatzbriefen angelegt, hätten wir jetzt 15 Millionen Euro mehr auf dem Konto. Damit hätte man das Grundstück der Schwabinger 7 kaufen können.“ Der Abriss soll über eine Million Euro kosten, bevor das Grundstück verkauft werden kann.

Der Fall der Röchlinghalle ist nicht der erste Fall dieser Art: In den letzten beiden Jahren musste die Stadt die 1999 eröffnete Zentrale der Müllabfuhr für 24 Millionen Euro sanieren.

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