In München und Bayern 

Millionen-Schaden durch Vandalismus in Zügen und Bahnhöfen

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Vandalismus verursacht hohe Kosten: Hier wurde eine Scheibe in der Schalterhalle am Hauptbahnhof zerstört.

In München wurden 2015 insgesamt knapp 1,5 Millionen Euro für die Beseitigung von Vandalismus-Schäden fällig. Die Täter schlagen meist in U-Bahnhöfen oder-Züge zu, doch auch die S-Bahn ist betroffen. 

„Die Summe kommt durch viele kleine, aber ärgerliche Taten zustande“, erklärt Matthias Korte, Sprecher der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Für 2016 sei mit einer Schadenssumme von knapp zwei Millionen Euro zu rechnen. Damit bewege man sich aber noch auf dem Niveau der vergangenen Jahre. Der größte Teil der Kosten sei 2015 in U-Bahn-Haltestellen und -Zügen entstanden.

Der Sitzbezug dieser Bank in der U-Bahn wurde zerschnitten, die Polster herausgerissen – das ist kein Einzelfall.

Das Landeskriminalamt (LKA) in München verzeichnete dagegen zuletzt rückläufige Zahlen von Sachbeschädigungen an Haltestellen und in Bahnhöfen sowie in Zügen und Bussen. Im Jahr 2015 wurden 2280 Fälle erfasst, in 932 Fällen handelte es sich um Sachbeschädigung durch Graffiti. 2014 waren es 2947 Fälle, davon 963 Schmierereien. Die Aufklärungsquote lag 2015 bei 16,7 Prozent. Aber: „Für 2016 ist die Tendenz steigend“, sagt LKA-Sprecherin Claudia Vodermaier.

Zertrümmerte Scheiben, demoliertes Inventar - Schäden durch Vandalismus an Zügen. 

Zerschlagene Glasscheiben, Schmierereien und beschädigte Fahrkartenautomaten an Haltestellen: Auch in anderen Städten gibt es dieses Problem, etwa in Nürnberg, der zweitgrößten Stadt Bayerns. Laut der Verkehrs- und Aktiengesellschaft (VAG) gab es dort in den vergangenen drei Jahren jeweils mehr als 600 Fälle von Vandalismus an U-Bahn-, Tram- oder Bus-Haltestellen. „Auch verglichen mit den Vorjahren ist die Zahl konstant geblieben“, heißt es von der VAG. 2016 kostete es knapp 155 000 Euro, kaputte Scheiben auszutauschen und Graffiti zu entfernen.

Zertrümmerte Scheiben, demoliertes Inventar - Schäden durch Vandalismus an Zügen. 

In Würzburg und Ingolstadt fallen dafür jährlich rund 100 000 Euro an. Richtig teuer wird es, wenn eine Anzeige der „Digitalen Fahrgastinformation“ etwa durch Steinwürfe beschädigt wird. „Das kann 5000 bis 10 000 Euro kosten, ist aber die Ausnahme“, sagt Jürgen Dornberger von der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH.

In manch anderer Stadt herrscht dagegen „heile Wartehäuschen-Welt“. Diesen Begriff verwendet Clemens von Ruedorffer, Sprecher der Stadtwerke Straubing. Seine Stadt habe kein Problem mit Vandalismus, von Ruedorffer spricht von „unter einem Fall im Jahr“. Ähnlich ist es in Augsburg. „Wir führen keine Statistiken über zerbrochene Scheiben oder Graffiti, weil das so selten vorkommt“, sagt Stephanie Lermen von den Stadtwerken Augsburg (SWA).

1,5 Tonnen Müll pro Tag! Unterwegs mit den S-Bahn-Reinigern

mm/tz

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