55-Jähriger muss vor Gericht

Millionenbetrug: Half der Schwager des Täters mit?

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Leonard V. (vorn) vor Gericht.

München - Es war ein unfassbarer Anlagebetrug: Rund 57 Millionen Euro kassierte Christian H. mit seiner Finanzmanagement-Firma in Dubai.

Er versprach Anlegern je nach Laufzeit zwischen 40 und 80 Prozent Gewinnbeteiligungen an Immobiliengeschäften. Tatsächlich gab es laut Anklage nie eine tatsächliche Geschäftstätigkeit! Wegen Betrugs in großem Stil wurde der Pseudo-Investor zu acht Jahren Haft verknackt. Ein Gericht in Dubai verurteilte ihn sogar in Abwesenheit zu 73 Jahren!

Der Fall ist aber so vertrackt, dass er noch längst nicht in allen Facetten aufgeklärt werden konnte. Im zweiten Prozess um den Kapitalanlagebetrug mit Millionenschaden muss sich seit Montag Leonard V. (55), der Schwager von Christian H., vor dem Landgericht verantworten. Dem gelernten Steuerprüfer wird Beihilfe zum Betrug vorgeworfen – denn er soll Verwalter und Buchhalter der Schein-Firma in Dubai gewesen sein. Laut Anklage registrierte er die Anlageinteressenten und organisierte den Zahlungsverkehr. Dafür soll er am Ende 6000 Euro monatlich und zudem 61 000 Euro jährlich an Zuschüssen bekommen haben.

Für ihn war es gestern ein kurzes Gastspiel vor Gericht: Sein Prozess wurde nach Verlesung der Anklage unterbrochen. Die Verteidigung hat seine umfassende Aussage für den zweiten Verhandlungstag (kommende Woche) angekündigt.

thi

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