Chef findet klare Worte

Millionenloch bei den Markthallen

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Markthallen-Chef Boris Schwartz

München - Marode Großmarkthalle, marode Standl am Viktualienmarkt und ein riesiger Streit um die Zukunft: Der neue Marktchef Boris Schwartz benennt das ganz schonungslos.

Dass er als neuer Markthallen-Chef kein leichtes Amt antritt, war dem früheren Grünen-Stadtrat Boris Schwartz im Januar klar. Dass er schon jetzt unverschuldet die schlechteste Bilanz in der Geschichte des Eigenbetriebs der Stadt vorlegen muss, wohl kaum.

Die Markthallen haben 2012 – im Jahr vor seinem Amtsantritt – mehr als 4,2 Millionen Miese eingefahren! Am Donnerstag berät der Stadtrat über die Bilanz. Auch heuer sind die Aussichten düster. Seit 2007 vereinen die Markthallen den Großmarkt, die Lebensmittelmärkte samt Viktualienmarkt und den Schlachthof unter einem Dach. Seitdem stand mit Ausnahme eines kleinen Mini-Minus stets ein schönes Plus unterm Strich – schließlich machen die Händler Millionen. 2011 fuhren die Markthallen sogar 5,8 Millionen Euro Gewinn ein, weil das Parkplatz-Grundstück an der Königsdorfer Straße verkauft wurde. Und jetzt wollen die Markthallen nicht mal mehr die Zinsen von 128.000 Euro in den Stadtsäckel abführen.

Der neue Marktchef benennt das ganz schonungslos: Das negative Betriebsergebnis liege auf „exorbitant hohem Niveau“, heißt es im Lagebericht, den neben Schwartz auch Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD) unterzeichnet hat. Die Gründe: Die Markthallen müssen immer mehr Millionen in die maroden Bauten stecken – in Brandschutz, Sanierung und Statik. Dazu mussten die Planungskosten für ein Parkhaus in die Tonne getreten werden, das nicht gebaut werden soll. Außerdem beklagt der frühere Grünen-Stadtrat die „enormen Kosten der Begutachtung durch externe Gutachter“, die eine Stadtratsmehrheit zuvor abgesegnet hatte. Nach tz-Informationen kostete die Sanierungsstudie 1,2 Millionen Euro, davon fielen 2012 offenbar fast 700 000 Euro an. Und dann kommt noch Pech dazu: 2012 mussten erstmals 1,6 Millionen Euro Rückstellungen für Beamte gebildet werden.

Und heuer? Im Lagebericht heißt es: „Ein hohes negatives Betriebsergebnis kann nicht ausgeschlossen werden.“ Die Markthallen rechnen noch mit einem Verlust von 2,5 Millionen Euro.

David Costanzo

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