Jetzt hat uns der Winter im Griff

Schnee-Chaos und kein Ende: Frost bis zum Wochenende

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Autofahrer kämpfen sich am Montag durch das Schneegestöber in München, wie hier in der Prinzregentenstraße.

München - Immer wieder rieseln Schneeflocken vom Himmel, München liegt unter einer weißen Decke – und die Autofahrer fluchen. Auf der Zugspitze liegen 3,45 Meter Schnee!

Lange hat’s gedauert, aber jetzt hat uns der Winter fest im Griff. Und so schnell wird er auch nicht verschwinden …

Tief Mischka brachte am Sonntagabend und Montagfrüh nasse Polarluft nach Bayern. Die Folge: kräftige Schneeschauer. In der Landeshauptstadt waren allein am Wochenende 800 Winterdienst-Mitarbeiter mit 700 Räumfahrzeugen im Einsatz. Sie verstreuten 1013 Tonnen Salz und 1506 Tonnen Splitt. Die Rutschpartien der Autofahrer gingen glücklicherweise glimpflich aus.

Richtung Alpenrand aber ging es chaotischer zu: Bei Augsburg rutschte am Montag ein Schulbus mit 40 Schulkindern von der Straße. Sechs Kinder kamen vorsorglich ins Krankenhaus. Im Allgäu war die Neuschneedecke so hoch, dass ein Zug nicht mehr weiterkam und umkehren musste. Auf der A3 schleuderte ein 54-Jähriger beim Überholen gegen einen Lkw. Am Nachmittag rutschte ein mit 10 000 Litern Heizöl beladener Tankwagen aus dem Kreis Erding an den Straßenrand und kippte um.

Auch dem Münchner Flughafen macht der Winter schwer zu schaffen. „Die Temperatur zwischen minus und plus 2 Grad mit hoher Feuchtigkeit ist am kritischsten“, sagt Sprecher Edgar Engert der tz. Denn dann muss enteist werden – und das dauert pro Flieger bis zu 20 Minuten. „Am Montag gab es deshalb knapp 50 Verspätungen. Zudem war zeitweise eine der beiden Start- und Landebahnen gesperrt.“ Drei Flüge wurden deshalb gestrichen.

Winteridylle im Englischen Garten.

Schnee und Kälte bleiben uns auch in den kommenden Tagen erhalten. Nach einer kurzen Ruhepause am Dienstag sagen die Meteorologen für die zweite Wochenhälfte neue Schneefälle vorher. Ab Mittwoch soll es außerdem deutlich kälter werden. Die Temperaturen pendeln sich tagsüber bei knapp unter null Grad ein. Wo es nachts aufklart, muss mit strengem Frost unter minus zehn Grad gerechnet werden. „Das heißt für Autofahrer, dass sie sich weiterhin auf winterliche Straßenverhältnisse mit Schnee und Eisglätte einstellen müssen“, warnt DWD-Meteorolge Volker Wünsche. Erst ab Montag sollen die Temperatuen wieder ein paar Grad über Null erreichen.

Chaos im Berufsverkehr: Schnee legt München lahm

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Ansturm auf Sportläden

Des einen Leid ist des anderen Freud: Nach einem mauen Winterstart freuen sich die Münchner Sportgeschäfte jetzt über gute Umsätze. „Hier geht’s richtig rund“, sagt Michael Buczman von Sport Bittl. Dominik Waldleitner von Sport Schuster jubiliert: „Genau seit eineinhalb Wochen – seit der Schnee fällt – ist es bei uns so richtig voll.“

Beide berichten, dass auch heuer die Sicherheit voll im Trend liegt. Bei Skihelmen, Protektoren und Lawinenschutz lassen sich die Kunden nicht lumpen. „Am größten ist die Nachfrage bei Winterschuhen, da kommen wir mit dem Bestellen kaum hinterher“, sagt Waldleitner. „Und Schlitten sind sogar nahezu ausverkauft.“ Bei Schuster locken Rabatte bis zu 30 Prozent – bis die Winterlager leer sind.

Der Schnee bis in die tieferen Lagen macht endlich auch wieder das Langlaufen vor der Haustür möglich, auch das Schneeschuhwandern boomt. Die Alpinfahrer zieht’s derweil in die Münchner Hausberge. Der Arzt Sebastian Reicke hat sich gestern eine Skibrille für 150 Euro gekauft, jetzt will er richtig in die Saison starten: „Ich habe zwei Kinder, die nicht gerne lange Auto fahren. Aber jetzt können wir aufs Brauneck fahren, am Mittwoch und am Wochenende geht’s auf die Piste.“ Ginge es nach ihm, könnte es den ganzen Winter weiter schneien. Vielleicht hält das winterliche Wetter ja bis zu den Faschingsferien …

nba

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