Eigenes Label, eigener Laden

Sie macht Münchens Frauen schick

+
Miriam Schaaf mit ­einem ihrer Kleider im Laden an der Landsberger Straße

München - Sie lebt den Traum vieler Mädchen: Modedesignerin Miriam Schaaf (32) hat 2008 ihr eigenes Label Schaaf gegründet und seit einigen Monaten auch einen kleinen Laden.

Im Dezember 2012 hat sie zum Atelier den „Ministore“ – einen kleinen Laden – in der Landsberger Straße eröffnet. Mittlerweile hat sie bereits vier Kollektionen kreiert, liefert in drei Münchner Läden und verkauft bis zu 50 Teile im Monat an die Münchnerinnen. Jetzt will die gebürtige Gautingerin die Republik erobern!

Miriam Schaaf beim Nähen

Angefangen hat alles mit Miriams Mutter, die leidenschaftlich gerne nähte. „Ich habe ihr immer über die Schulter geschaut“, erzählt die Designerin. Mit acht Jahren näht Miriam ihr erstes eigenes Kleid. Da ist der Weg klar: Nach dem Abitur absolviert Miriam eine Schneiderlehre, darauf folgt gleich die Ausbildung zur Schnittdirectrice an der Deutschen Meisterschule für Mode. Dann studiert sie noch Mode Design an der Akademie Mode und Design München, wo sie seit 2010 auch als Dozentin tätig ist.

Der Durchbruch kommt für Miriam eher zufällig. Beim Wettbewerb „Beck’s Fashion Experience 2009“ darf sie in Berlin ihre Kollektion präsentieren. Zum Gewinn gehört auch die professionelle Begleitung einer PR-Agentur – so wird die Marke schnell bekannt. „Die Modebranche ist ein sauhartes Geschäft. Man muss ständig rudern und kämpfen, bis man seine Ziele erreicht. Das Ganze muss man wirklich wollen“, meint die Münchnerin.

Am Anfang konzentriert sich Miriam auf Männermode. „Aber das mache ich nur noch nebenbei. Das lohnt sich leider einfach nicht.“ Über die Jahre entwirft Miriam einen ganz eigenen Stil bei ihrer Frauenmode: einerseits sehr minimalistische Stücke und andererseits avantgardistische bis trashige, moderne Teile, wie zum Beispiel Baseball-Caps. „Meine Stücke sind für selbstbewusste Frauen“, sagt die Münchnerin, die selbst nur in kleinen Läden, zum Beispiel im Glockenbachviertel, Mode kauft. Sie schwört auf viel Schwarz und ein klein wenig Farbe. Sie legt großen Wert auf Qualität. Ihre Kleidung ist für jeden Geldbeutel zu haben: „Ich verkaufe auch mal ein Kleid für 1900 Euro. Aber Hosen zum Beispiel gibt es bereits ab 110 Euro. Am meisten werden Jersey-Oberteile gekauft, die gibt’s schon ab 70 Euro.“

Die harte Arbeit lohnt sich, Miriams Mode kommt an. „Der Höhepunkt meiner bisherigen Karriere war die Präsentation der Kollektion „Don’t tell the world that we know“ letztes Jahr im Maximiliansforum“, sagt die Münchner Designerin. Miriam Schaaf wird dieses Jahr wieder eine Kollektion entwerfen.

„Mein größtes Ziel ist es, einmal einen Laden zu eröffnen, der das Atelier und den Verkauf verbindet. Der würde dann eher einem Handwerksbetrieb ähneln – man wäre direkt dabei, wenn die Stücke entstehen“, sagt Miriam. Es dauert wohl nicht lange, bis die Münchnerin auch viele andere Frauen schick macht. „Ich werde bald an einen Laden in Mannheim liefern – und mich dann weiter in Deutschland ausbreiten.“

Constanze Adam

Firmen-Steckbrief

Name: Schaaf

Chef: Miriam Schaaf (32)

Gründungsjahr: 2008

Mitarbeiter: 3 Personen

Firmensitz: München

Internet: www.miriamschaaf.com

Stars bei der New York Fashion Week

Stars bei der New York Fashion Week

auch interessant

Meistgelesen

Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?
So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen
So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen

Kommentare