Missbrauchsopfer sagt gegen Shanti aus

Shanti am ersten Prozesstag.
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Shanti am ersten Prozesstag.

München - Im Missbrauchsprozess gegen den Sekten-Guru Oliver Shanti hat am Donnerstag erstmals ein Opfer ausgesagt.

Die heute 32-jährige Frau berichtete vor dem Münchner Landgericht von ihren traumatischen Erlebnissen. Zuvor wurde Shanti von der Teilnahme des Prozesses, nicht jedoch von der Anwesenheit, ausgeschlossen. Dies wurde mit dem Schutz der Zeugin begründet. Dazu wurde der Blick auf den im Glaskasten sitzenden Angeklagten mit Sichtblenden verstellt.

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Shanti selbst bekam die Aussage der Frau per Bild- und Tonübertragung in den Glaskasten überspielt, konnte sich jedoch nicht dazu äußern. Laut einem Psychiater hätte die unmittelbare Konfrontation der Zeugin mit ihrem Peiniger zu heftigen Reaktionen bis hin zu einer Schockstarre führen können.

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Shanti ist des 314-fachen sexuellen Kindesmissbrauchs angeklagt. Zum Auftakt seines Prozesses hatte er am Vortag die Vorwürfe bestritten. Er habe Kinder nie missbraucht. Allerdings räumte er eine sexuelle Annäherung an drei mutmaßliche Opfer ein. Die betreffenden Jungen seien zu der Zeit aber schon 17 Jahre alt gewesen.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, von 1985 bis 1998 zwei Mädchen und vier Jungen im Alter von anfangs acht bis zu 13 Jahren regelmäßig missbraucht zu haben. In einem Glaskasten muss er sitzen sowie einen Gummimantel und Mundschutz tragen, da er an einem übertragbaren MRSA-Keim leidet. Der Keim kann verschiedene, teils lebensbedrohliche Krankheiten auslösen. Der Mann leidet außerdem an Lymphdrüsenkrebs.

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