Mit der Mistgabel auf den Ex-Chef losgegangen

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Mistgabel-Stecher Julius B. vor Gericht.

München - Ein Mann ging auf einem Bauernhof mit einer Mistgabel auf seinen Ex-Chef los. Jetzt läuft in München der Prozess. Über den Tathergang gibt es verschiedene Darstellungen.

„Ich war für ihn ein Sklave“, jammert Julius B. Drei Monate lang hatte der 37-Jährige auf einem Reiterhof in Schwabhausen (Kreis Dachau )geschuftet – „meistens für zwei“. Dann tickte er aus: Mit der Mistgabel attackierte er seinen Chef Karl S., dem er zuvor die fristlose Kündigung hingeworfen hatte. Nun sitzt Julius B. wegen versuchten Totschlags vor dem Schwurgericht.

Im August 2010 hatte Julius B. mit einem Kollegen seine Arbeit auf dem Pferdehof begonnen: Von sechs Uhr am Morgen bis gegen 19 Uhr Boxen ausmisten, Pferde füttern, Koppeln einzäunen, den Hof sauber halten und und und. 1200 Euro monatlich seien vereinbart worden. Sein Kollege kündigte, Bewerber seien nach wenigen Tagen wieder abgehauen, berichtet der Angeklagte. Am 3. November warf auch er alles hin: „Ich war fix und fertig.“

Wegen der Bezahlung von 100 Euro („für mich viel Geld“) sei es zum Streit mit Karl S. gekommen. Laut Anklage ging Julius B. mit der Schaufel auf seinen Ex-Chef los, der sich mit einem Besen verteidigte. Umgekehrt sei es gewesen, sagte der Angeklagte. Im Glauben, Julius B. habe den Hof verlassen, lud Karl S. mit dem Traktor Mist auf. Plötzlich stürmte Julius mit der Mistgabel auf ihn zu. Karl S. konnte in letzter Sekunde vom Traktor flüchten. Julius B. verfolgte ihn, traf ihn im Nierenbereich. Sättel und andere Gegenstände umwerfend versuchte Karl S., seinen Verfolger abzuschütteln. Reiter verhinderten schließlich, dass der Täter sein Opfer töten konnte. „Ich wollte ihn nicht umbringen“, sagt der Angeklagte. Der Prozess geht am Dienstag weiter.

E. Unfried

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