1. tz
  2. München
  3. Stadt

Mit Schwimm-Inseln: Neuer Anlauf für ein Isarflussbad

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sascha Karowski

Kommentare

Zweite Chance für das Isarflussbad? Ideengeber Benjamin David von den Urbanauten hat ein Konzept entwickelt, das alle Bedenken zerstreuen soll. Sein Plan sieht schwimmende, mobile Dreiecks-Inseln vor, die nicht so teuer sind wie feste Einbauten. Zudem lassen sie sich bei Hochwasser entfernen.

Die Idee hatte Benjamin David 2014 entwickelt. Die Isar soll zwischen der Reichenbachbrücke im Süden und etwas nördlich der Ludwigsbrücke für Schwimmer zugänglich gemacht werden. 2015 gab es Rückenwind aus dem Rathaus, der damalige Bürgermeister Josef Schmid (CSU) machte das Flussbad zur politischen Forderung. Zwischenzeitlich gingen Stadträte der Grünen, der SPD und der Union Probebaden, eine Machbarkeitsstudie wurde in Auftrag gegeben. Und im Landtagswahlkampf sagte Ministerpräsident Markus Söder eine finanzielle Beteiligung des Freistaates an den Planungskosten zu.

Zuletzt war die Euphorie rund um das Bad etwas abgekühlt. Die FDP hatte ihre Zustimmung zurückgezogen, die Machbarkeitsstudie und die folgende vertiefte Untersuchung waren ohnehin nur mit knapper Mehrheit beschlossen worden. Die würde jetzt fehlen, Grüne und CSU haben im Stadtrat allein keine Mehrheit. Nun will Benjamin David einen neuen Anlauf unternehmen.

„Grundsätzlich teilen wir die Bedenken mancher, dass die vom Baureferat gutachterlich ermittelten Lösungen für 16 bis 36 Millionen Euro recht teuer ausfallen“, sagte David unserer Zeitung. „Wir haben von einer Fachfirma ein alternatives Konzept entwickeln lassen, welches nicht aus festen, sondern aus schwimmenden Einbauten besteht.“ Der Vorteil bestehe darin, dass diese Einbauten das ganze Jahr und bei jedem Wasserstand in der Isar bleiben können, da sich die Einbauten dem Wasserstand anpassen.

River Island heißen die hölzernen Bade-Ecken des Diplom-Ingenieurs Johannes Titze. Der Münchner hat die Inseln entwickelt und das Patent angemeldet. Würde München sein Einverständnis erklären, wäre dieses Konzept an der Isar ein Pilotprojekt und somit einmalig in Deutschland. David und die Urbanauten gehen nach einer ersten Schätzung in der einfachsten Variante von reinen Errichtungskosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro aus. „Geplant ist dabei zunächst eine Einstiegs- und eine Ausstiegsinsel. Hinzu kommen Gutachten-, Planungs-, Bauüberwachungs-, Wartungs- und Betriebskosten“, sagt David.

Sollte das Isarflussbad auf Begeisterung und hohe Nachfrage stoßen, kann es modular ausgebaut werden. „Zudem gehen wir von einer Nutzbarkeit in allen zwölf Monaten des Jahres aus, außer bei Hochwasser. Aber viele Münchner, die gern surfen haben ohnehin einen Neoprenanzug, weitere werden hinzukommen. Sauna- und Dampfbadanlagen, wären, wie auch Kinderbecken an Land, eine gute Ergänzung“, meint David.

Einen zusätzlichen Vorteil sieht David darin, dass die hölzernen Bade-Ecken bei Baustellen kurzfristig umziehen können. Wie berichtet, plant offenbar die Münchner Stadtentwässerung in den nächsten Jahren Sanierungen in dem Bereich. Die FDP hatte das Thema auch aus diesem Grund per Dringlichkeitsantrag aufs Tapet der nächsten Vollversammlung gehoben. Der Stadtrat befasst sich demnach am 26. Juni mit dem Thema.

Auch interessant

Kommentare