Mitarbeiter der Stadt erhalten mehr Geld: München-Zulage beschlossene Sache

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Dieter Reiter (SPD): Der Oberbürgermeister sieht in der Zulage ein wichtiges Signal.

Jetzt steht es endgültig fest: Die München-Zulage für die Beschäftigten der Stadt wird zum 1. Januar 2020 verdoppelt. Darauf haben sich die Landeshauptstadt und die Gewerkschaft ver.di nach drei Verhandlungsrunden verständigt.

Konkret bedeutet dies, dass der Grundbetrag der München-Zulage für alle Tarifbeschäftigten von 135 auf monatlich 270 Euro erhöht wird. Wer bisher noch nicht in den Genuss der Extra-Zahlung kam, erhält nun erstmals 135 Euro. Dies betrifft die höheren Gehaltsgruppen. Auch die Unterstützung für Auszubildende wird spürbar auf monatlich 140 Euro angehoben.

Analog dazu verhält es sich beim Kinderbetrag: Dieser wird entweder auf 50 Euro verdoppelt beziehungsweise es gibt eine erstmalige Zahlung von 25 Euro pro Kind. Die Vollversammlung des Stadtrats muss die Tarifeinigung am 23. Oktober noch bewilligen, was aber als Formsache gilt. Insgesamt profitieren rund 27 000 Mitarbeiter der Stadt von der erhöhten Zuwendung.

OB Dieter Reiter (SPD) sprach gestern von einem „wirklich guten und wertschätzenden Signal an unsere Mitarbeiter“. Gerade in einer teuren Stadt wie München gelte es alles zu unternehmen, „um die Menschen so gut es geht finanziell zu entlasten“. Zudem benötige die Stadt qualifiziertes Personal, um guten Service anbieten zu können. Ein weiteres Motiv: „Mit der jetzt beschlossenen Zulage steigern wir auch unsere Attraktivität als Arbeitgeberin“, sagte Reiter.

Im Umland hatte der Vorstoß der Landeshauptstadt indes Kritik ausgelöst. Einige Kommunalpolitiker warfen dem Münchner OB vor, er hätte die Idee mit den angrenzenden Gemeinden absprechen müssen. Denn auch dort werde händeringend nach Fachpersonal gesucht. Nun bestehe zudem die Gefahr, dass Mitarbeiter nach München abwanderten.

Die Erhöhung der München-Zulage ist nach Auskunft des städtischen Personalreferenten Alexander Dietrich (CSU) auch ein finanzieller Kraftakt für die Stadt. 48 Millionen Euro Mehrkosten fallen pro Jahr für die Maßnahme an. Doch auch Dietrich sagt: „Wir positionieren uns damit als soziale und attraktive Arbeitgeberin und tragen so dazu bei, die hohen Lebenshaltungskosten in München etwas auszugleichen.“ Der Geschäftsführer von ver.di München sagte, die Verdopplung werde in die Tarifgeschichte eingehen. Mit Einkommenssteigerungen von 1620 beziehungsweise 3240 Euro pro Jahr sei ein richtig großer Wurf gelungen. Er hoffe, dass viele Münchner Betriebe diesem Beispiel folgten. KLAUS VICK

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