Mitglieder von georgischer Mafia vor Gericht

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Der wegen angeblicher Mitgliedschaft in der Russen-Mafia in Bayern Angeklagte Nikolaus M. sitzt am Freitag, 21.01.2011, in einem Gerichtssaal des Landgerichts München I in München (Archivbild).

München - Bereits zum vierten Mal in diesem Jahr stehen georgische Mafiosi vor dem Münchner Landgericht. Dieses Mal geht es um die Vergehen eines 31-Jährigen. Und der hat sich einiges zu Schulden kommen lassen.

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Erneut hat am Mittwoch vor dem Münchner Landgericht ein Prozess gegen Mitglieder mafiöser Organisationen aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion begonnen. In der vierten Verhandlung seit Jahresbeginn sind zwei 31 Jahre alte Georgier wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung angeklagt. Einem der Männer wird Geldwäsche und Bandenhehlerei vorgeworfen, seinem Mitangeklagten Bandendiebstahl und -hehlerei. In den vorangegangenen Prozessen waren drei Russen und ein Georgier zu Freiheitsstrafen von 21 Monaten bis zu zehneinhalb Jahren verurteilt worden.

Die Angeklagten der jüngsten Verhandlung gehörten der Staatsanwaltschaft zufolge einer kriminellen Vereinigung an, die sich 2005 unter Führung eines Brüderpaares aus Georgien zum Zweck organisierter Bandendiebstähle in ganz Europa zusammenschloss. Die Bande agierte nach dem System der “Diebe im Gesetz“, das in den Gefangenenlagern der Stalinzeit unter Führung besonders einflussreicher Krimineller entstand.

Angeklagte sollen gewichtige Rolle gespielt haben

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verbreitete sich diese kriminelle Organisationsform weltweit und genießt nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft bei der Bevölkerung der ehemaligen Sowjetstaaten Respekt. Den Mitgliedern ist es laut Anklage untersagt, Gesetze zu beachten, mit Behörden zusammenzuarbeiten und einer regulären Arbeit nachzugehen.

Die beiden Angeklagten sollen innerhalb ihrer Organisation in München und Nürnberg eine “gewichtige Rolle“ gespielt und in engem Kontakt zur Führungsriege gestanden haben. In der Münchner Wohnung des einen wurde unter anderem das “Kassenbuch“ für ganz Deutschland aufbewahrt. Der 31-Jährige nahm laut Anklage Mitgliedsbeiträge von Bandenangehörigen aus dem Erlös der Diebesbeute entgegen.

Ferner soll er verurteilte Mitglieder in verschiedenen Strafanstalten mit dem illegal erworbenen Geld unterstützt haben. Der Komplize soll an zahlreichen Diebstählen beteiligt gewesen sein und den Transport der Beute nach Georgien organisiert haben. Gegen die beiden Männer wird voraussichtlich an vier Tagen verhandelt.

dpa

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