Mode aus München

Der Traum von Haute Couture

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Hat die Qual der Wahl: Stylistin Marieke de Kan (29).
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Mit dem Kleid in die Oper: Studentin Clare Carrington.
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Kommt nächstes Jahr wieder: Melanie Bauer (19).
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Mode als Familientradition: Aliki Hatzinasios.
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Posiert in ihrer eigenen Kreation: Modelistik-Schülerin Anastasia Kananova (27).

München - Die Meisterschule für Mode hat zum Sonderverkauf ihrer Kollektionsmode geladen – und damit modebewusste Münchnerinnen glücklich gemacht.

In der Eingangshalle am Roßmarkt 15 stehen auf einem kleinen Tisch Kaffee, Plätzchen und Lebkuchen vor einem riesigen Christbaum. Doch derlei Kalorienbomben sind heute nicht gefragt – heute geht es um schicke Schnitte in Kleidergröße 36, da kann man sich kein Gramm zuviel leisten. Die Besucher zieht es im den Raum rechts der Halle, wo sich ein Kleiderständer an den nächsten reiht. Alle voll mit Klamotten in verschiedensten Formen und Farben. Hier veranstaltet die Deutsche Meisterschule für Mode ihren jährlichen Sonderverkauf von Kollektionsmodellen der vergangenen Jahre.

Für viele Münchner Modeliebhaber gehört dieser Termin seit Jahren fest zur Vorweihnachtszeit. Denn er findet immer am zweiten Adventssamstag in den Räumen der Schule statt. „Unsere Stammkundinnen laden wir auch extra ein“, erzählt Irene Schoppmeier, die seit 2009 die Meisterschule für Mode leitet. In gemütlicher und intimer Atmosphäre lässt sich hier das ein oder andere Schmuckstück zu günstigen Preisen finden. Viele der Kundinnen kommen seit Jahren, für manche ist es ihr erstes Mal.

Wie für Clare Carrington. Die 19-jährige Studentin ist durch ihre Mutter auf den Sonderverkauf aufmerksam geworden. Es dauert nicht lange, da hat die modeinteressierte Münchnerin einige Stücke gefunden, die mit Mamas Hilfe gleich anprobiert werden. „Die sind ganz außergewöhnlich“, schwärmt sie. Am Ende entscheidet sie sich für vier Teile. Und wo trägt man solche außergewöhnlichen Kleider? „Auf jeden Fall zu besonderen Anlässen“, sagt Clare. „Vielleicht in der Oper.“

Ebenfalls zum ersten Mal dabei ist die Holländerin Marieke de Kan. Die 29-Jährige ist von Beruf Stylistin. Heute schaut sie aber weniger für ihre Kunden, sondern für sich selbst. Das Kleid mit dem auffälligen Muster in grün-rot-blau ist ihr gleich ins Auge gefallen. „Das wäre schön für eine Sommerparty“, erklärt sie. Für den heutigen Sonderverkauf hat sie sich selbst ein Limit von 150 Euro gesetzt. Ob sie gleich das erste Kleid kaufen will, weiß Marieke noch nicht. „Ich werde erst mal noch weitere Modelle anprobieren.“ Kein Wunder, dass die Wahl schwer fällt – die Auswahl ist groß. Neben der Kollektion von 2015/16 gibt es in diesem Jahr auch eine Reihe von Schnäppchen aus den vergangen Jahren.

Natürlich sind auch einige junge Designer selbst anwesend. Wie Anastasia Kananova. Die 27-Jährige ist im zweiten Schuljahr für Modelistik. Nach einem beendeten Deutsch-Studium entschloss sie sich dazu, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. „Meine Mutter ist Schneiderin“, erzählt sie. „Sie hat mir alles beigebracht.“ Die Leidenschaft für Mode liegt auch bei Aliki Hatzinasios (28) in der Familie. Schon ihre Großmutter war Schneidermeisterin.

Nicht nur wegen ihres auffälligen Designs sind die Kleidungsstücke allerdings nicht für Jedermann geeignet. Da die Stücke für den Laufsteg angefertigt wurden, haben alle die Konfektionsgröße 36, höchstens 38. Wem diese Größen nicht passen, der muss trotzdem nicht gänzlich leer ausgehen. „Wir haben auch einige Accessoires“, sagt Schulleiterin Schoppmeier. „Quasi als kleines Trostpflaster.“

Die Schneiderin Melanie Bauer (19) ist bereits zum zweiten Mal hier. Nach langem Anprobier-Marathon entscheidet sie sich für vier Kleider, eines davon mit einem lila Muster und mit auffälligen Drapierungen. Ob sie im nächsten Jahr wieder kommen wird? „Auf jeden Fall.

Lisa-Marie Birnbeck

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