61 Fälle! Ihnen war keine Wand zu dick

Hier stieg sie in ein Einkaufszentrum: Panzerknacker-Bande verurteilt

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Das war der Einstieg ins Lüftungssystem über dem Einkaufszentrum.

München - Monatelang knackte sich eine Einbrecherbande mit schwerem Gerät in Einkaufszentren, Möbelhäuser, Tankstellen, Geschäfte, Apotheken und Spielsalons. Jetzt wurde die Truppe verurteilt.

Keine Wand zu dick, kein Lüftungsschacht zu eng, kein Dach zu hoch: Mehrere Monate lang hämmerte und bohrte sich eine äußerst konspirative Einbrecherbande mit schwerem Gerät in Einkaufszentren, Möbelhäuser, Tankstellen, Geschäfte, Apotheken und Spielsalons – immer auf der Suche nach dem Tresor, den sie auch meistens mit Erfolg plünderten. Schlau waren sie alle drei. Doch Kriminalhauptkommissar Wolfgang Lutz und seine Kollegen von der Ermittlungsgruppe „Bleifrei“ waren schlauer...

Der Stahlbeton-Tresor hatte ein Riesenloch.

Tagsüber sahen sich die drei in München lebenden Familienväter aus dem Kosovo und aus Albanien in den Zielobjekten um. Nachts rückten sie dann mit richtig schwerem Gerät den Tresoren zu Leibe. Wie zum Beispiel im Mai 2014 im Amper-Einkaufszentrum in Planegg. Dafür flexten sie die Lüftung auf, krochen durch die Kanäle von einem leerstehenden Obi-Markt von oben in das alarmgesicherte Einkaufszentrum. Für das Riesen-Kernbohrgerät schlossen sie in der Tiefgarage eine 100 Meter lange Kühlwasserleitung an. Ihr Pech: Der Stahlbeton-Tresor war leer und dann ging doch noch der Alarm los. Andernorts waren sie erfolgreicher. Bei insgesamt 61 Einbrüchen vom Tegernseer Tal durch den Landkreis München und im gesamten Stadtgebiet erbeuteten die Männer rund 450 000 Euro in bar und Unmengen Zigaretten. Über die Überwachung der Handydaten kamen Lutz und seine Kollegen den zum Teil vorbestraften Familienvätern auf die Schliche.

Diesen Kernbohrer ließen die Täter zurück.

Bei einer Razzia am 8. Oktober wurden in der Wohnung des Haupttäters (49) rund 80 000 Euro Bargeld gefunden. Die Herren hatten es sich gut gehen lassen: Sie fuhren neue 7er-BMW, Audi A8 und Mercedes C-Klasse und hatten keine Sorgen. Nun jedoch präsentierte der Richter vom Landgericht München I die Rechnung: Der Haupttäter wanderte für acht Jahre in den Knast, seine Freunde (45 und 25 Jahre) wurden zu fünfeinhalb bzw. zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. 

Dorita Plange

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