Messer-Mörder von Sendling

Plante Marco F. ein Blutbad im Wirtshaus?

+
Marco F. (19) tötete Katrin Michalk mit 18 Messerstichen

München - Marco F., der Mörder von Kathrin Michalk aus Sendling, war offenbar eine tickende zeitbombe. Angeblich plante er einen Überfall auf ein Wirtshaus. Die Waffe hatte er schon bestellt.

Marco F. (19), der Killer von Ober-sendling, war eine tickende Zeitbombe! Nach tz-Informationen hatte er offenbar schon im Juni vergangenen Jahres ein Blutbad in einem Wirtshaus geplant. Dafür wollte er sich eine 9-Millimeter-Pistole zulegen – und blätterte 1500 Euro hin.

Marco F. hatte sich an seinen Mitschüler Aykut T. (Name geändert) gewandt, der ihm die Waffe besorgen sollte. Als der jedoch nicht lieferte, flog der geplante Deal auf. Denn Marcos Mutter hatte von der Sache Wind bekommen und schaltete die Polizei ein – in der Hoffnung, das Geld zurückzubekommen.

Noch in dieser Woche steht der angebliche Waffenlieferant vor dem Münchner Amtsgericht! Gegenüber der Polizei hatte der von den unfassbaren Plänen des Förderschülers berichtet: „Er sagte mir, dass er nicht mehr mehr arbeiten wollte. Die Waffe brauchte er, damit er ein Gasthaus überfallen und den Besitzer erschießen konnte.“

Weil Aykut T. selbst nie eine Waffe in der Hand gehalten hatte, geschweige denn verkaufen konnte, kassierte er eine Anzeige wegen Betrugs. Marco F. kam mit einer so genannten „Gefährderansprache“ durch den zuständigen Jugendbeamten davon. Immerhin wurde das Jugendamt eingeschaltet, im November schaute die Polizei erneut nach dem Rechten und rang Marco das Versprechen ab, keine Computerspiele mehr zu zocken.

Frau in Obersendling ermordet: Hier geschah die Bluttat

Frau in Obersendling ermordet: Hier geschah die Bluttat

Der Killer der Verlagsangestellten Katrin Michalk († 31) würde wohl jetzt noch in seinem Kinderzimmer hocken und in seiner eigenen, wirren Welt leben, hätte sich der zuständige Polizist nicht rechtzeitig an den verrückten Waffen-Deal erinnert.

Drei Tage nach der Tat in der Halskestraße mit 18 Messerstichen, lieferte der den entscheidenden Hinweis an die „Soko Aidenbach“. Marco F. wurde zunächst vorgeladen – und vergangenen Freitag schließlich festgenommen. Zivilpolizisten fanden in seinem Kinderzimmer den Messerknauf und blutige Handschuhe, die er bei der Tat getragen hatte.

Video: Mord in Obersendling

Er selbst muss zu dem Prozess gegen den Möchtegern-Waffenlieferanten vorerst nicht extra aus der forensisch-psychiatrischen Klinik in Straubing herangekarrt werden. Es sei denn, Aykut T. bestreitet die Anklage.

Marco F. selbst hatte nach tz-Informationen in seiner Zeugenvernehmung angegeben, die Waffe für sein Kinderzimmer zu benötigen und sie an die Wand hängen zu wollen.

Weniger gesprächig zeigte er sich am Freitag gegenüber den Beamten der Mordkommission. Ein Insider zur tz: „Sie mussten ihm alles aus der Nase ziehen. Reue zeigte er aber überhaupt keine.“ Ob er auch schuldfähig ist, muss jetzt ein Gutachten klären.

Sebastian Arbinger

auch interessant

Meistgelesen

Münchnerin ärgert sich über Vodafones miese TV-Masche 
Münchnerin ärgert sich über Vodafones miese TV-Masche 
Großeinsatz in Flüchtlingsunterkunft am OEZ
Großeinsatz in Flüchtlingsunterkunft am OEZ
So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen
So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen
Münchner Polizei nimmt Twitter-Panne mit Humor
Münchner Polizei nimmt Twitter-Panne mit Humor

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion