Landesinnenminister: Terrorverdächtiger in der Uckermark gefasst

Landesinnenminister: Terrorverdächtiger in der Uckermark gefasst

Eltern wollen 300 000 Euro Schmerzensgeld

"Die Ärzte haben Monalies Leben verpfuscht"

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Mutter Diana (35) kuschelt mit der kleinen Monalie (5): Das Bild hat Papa Michael (45) bei einem Ausflug gemacht.

München - Zärtlich hält Diana K. (35) ihre kleine Monalie (5) im Arm. „Ich bin so froh, sie zu haben“, sagt sie. Denn um ihre Tochter hat die Neuperlacherin seit der Geburt große Ängste ausgestanden!

 Bei der Entbindung im Klinikum rechts der Isar gab es schwere Komplikationen: Der Schädel des Mädchens wurde eingedrückt. Angeblich durch einen Kaiserschnitt am 19. Juni 2009, den die Eltern gar nicht wollten.

„Das war ein grober Behandlungsfehler“, sagt Vater Michael (45). Denn bei der Geburt wurde Monalies Gehirn verletzt – noch heute kann sie kaum schlucken und kauen, musste lange mit einer Sonde ernährt werden. Die Eltern klagen deshalb gegen die Klinik und fordern 300 000 Euro Schmerzensgeld. „Wir wollen die Zukunft unserer Tochter sichern“, sagt der Vater. „Es ist nicht sicher, ob Monalie später jemals arbeiten kann.“

Seit Montag befasst sich das Landgericht mit dem Arzthaftungsfall. Eine Hebamme bestätigt die Komplikationen bei der Entbindung. „Es gab eine Dauerkontraktion in der Gebärmutter“, erklärt sie. Monalie steckt im Unterleib von Mama Diana fest! Als ihre Herztöne ansteigen, werden die Ärzte nervös. Sie wissen: Zur Entspannung der Gebärmutter gibt es ein Spezial-Medikament. „Drei Mal wurde Personal geschickt – aber es war nicht da. Im Kreißsaal wurden alle kreidebleich“, sagt der Vater.

Gemeinsam vor Gericht: Mutter Diana (re.) mit Ehemann Michael und Rechtsanwalt Friedrich Raab (li.).

Eine Ärztin beschließt: Jetzt hilft nur noch ein Kaiserschnitt. „Sie sagte: Keine Diskussion – das dauert alles schon zu lange.“ Im OP ging es angeblich ruppig zu. „Sie haben an Diana gezerrt und gezogen. Ich musste sie sogar festhalten“, so der Vater. Mutter Diana sagt: „Ich hatte Todesangst und habe am ganzen Körper gezittert.“ Insgesamt 27 Minuten dauert der Kaiserschnitt. Und endet um 13.52 Uhr mit einem großen Schrecken: „Monalie war auf der Welt. Aber was man dann erwartet als Mutter, den Schrei, den gab es nicht.“ Denn das neugeborene Kind ist leblos! „Sie hatte kaum noch Blut im Körper und musste reanimiert werden.“ Monalie überlebt! „Aber ihre rechte Gehirnhälfte wurde schwer beeinträchtigt“, sagt der Vater. Zudem kämpft das Mädchen gegen Lähmungserscheinungen.

Die behandelnde Ärztin weist jede Schuld von sich: „Es war ein professionelles Vorgehen“, sagt sie. Ein Sachverständiger bestätigt: Der eilige Kaiserschnitt sei notwendig gewesen. Dass der Kopf des Kindes tatsächlich eingekeilt war, lässt sich nicht beweisen. „Die Verletzungen sind eine ausgesprochene Rarität“, sagt der Gutachter – sie stammen ausschließlich von der Gebärmutter und sind wohl nicht auf einen Behandlungsfehler zurückzuführen „So etwas habe ich in 15 Jahren Berufstätigkeit nicht erlebt.“

Die Klage der Eltern wird deshalb wohl abgewiesen. „Wir haben aber die Möglichkeit durch eine Stellungnahme die Verhandlung wieder zu eröffnen und die Behandlungsfehlerfrage weiter abzuklären“, sagt Rechtsanwalt Friedrich Raab. Michael und Diana K. hoffen weiter: für die Zukunft ihrer Monalie!

Andreas Thieme

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