2. Großeinsatz in einer Woche

Feuerteufel in Moosach: Bewohner in Angst

Inge S. (76) hat Angst

München - Nur wenige Tage nach dem letzten Anschlag im Münchner Norden hat der Feuerteufel schon wieder zugeschlagen. Die Bewohner leben in Angst.

Wieder ein Großaufgebot der Feuerwehr an der Riesstraße

Es ist keine Woche her, da stand mitten in der Nacht ein Kellerabteil einer Wohnanlage an der Riesstraße (am OEZ, Moosach) in Flammen. Das Werk eines Brandstifters! Giftiger Rauch zog bis in den 13. Stock, rund 100 Bewohner mussten evakuiert werden. Jetzt, nur wenige Tage später, hat der Feuerteufel schon wieder zugeschlagen! In der Nacht zum Montag brannte ein Kellerabteil, wieder zog beißender Qualm durch die Stockwerke. Und wieder mussten Dutzende Menschen ihre Wohnungen fluchtartig verlassen!

Die Angst geht um unter den Anwohnern. Zum Beispiel Gebäude­reiniger Dzevit D. (41): Er macht sich große Sorgen, ob sein Wohnblock das nächste Ziel des Feuerteufels sein wird. D. sagt: „Ich bin jetzt sehr vorsichtig. Vor allem wegen meiner drei Kinder.“

Bewohner Dzevit D. (41)

Die Brandstiftungen: Sie sind der traurige Höhepunkt einer jahrelangen Entwicklung. Die Anwohner sagen: Die Atmosphäre in den Wohnblöcken ist zuletzt immer ungemütlicher geworden. Mieter, die teils schon vierzig Jahre dort leben, beklagen sich über respektlose Kinder und Jugendliche. „Da wird gepöbelt und beleidigt“, sagt Inge S. (76). Und jetzt die Brände! Die Rentnerin wohnt in jenem Haus, in dem der Brandstifter zum zweiten Mal am Werk war. „Gegen zwei Uhr hat mich die Polizei ins Freie geführt“, erzählt Inge S.

Insgesamt evakuierte die Feuerwehr, die wieder mit 130 Mann im Einsatz war, 29 Menschen, darunter viele Kinder. „Die waren total verstört, die Kleinen“, sagt Inge S. Zu den Kindern gehört auch Jamina (6), die mit ihrer Mama übers Treppenhaus flüchtete: „Mit einem nassen Handtuch über dem Mund sind wird durch den Rauch im Flur.“

Nachdem der Brand im Keller gelöscht und das Haus halbwegs gelüftet war, durften die Leute gegen halb sechs wieder in ihre Wohnungen. Danach haben die Brandfahnder der Münchner Polizei ihre Arbeit aufgenommen. „Nach derzeitigem Stand gehen wir von einer vorsätzlichen Brandlegung aus“, bestätigt Polizeisprecher Oliver Timper.

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Die ersten Brandstiftungen hatte es Ende April vergangenen Jahres gegeben. Mehrfach rückte die Feuerwehr aus, um brennende Altpapier-Container zu löschen.

Manche der Anwohner vermuten: „Das hat einen ausländerfeindlichen Hintergrund.“ Denn: In den Hochhäusern gegenüber des OEZ leben viele Bürger mit ausländischen Wurzeln. Dzevit D. glaubt: „Das sind gelangweilte Jugendliche, die Spaß daran haben, anderen Angst und Schrecken einzujagen.“ Und damit Menschen in Lebensgefahr zu bringen.

jam

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