Verdacht bestätigte sich nicht

Amokschütze von München: Ermittlungen gegen Eltern eingestellt

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Ein Jahr danach: Angehörige, Freunde und Offizielle gedenken der Opfer vom 22. Juli 2016. 

Die Eltern des Amokläufers von München wurden nach der Tat ihres Sohnes massiv bedroht und verließen daraufhin das Land - nun müssen sie wenigstens keine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung mehr fürchten. 

München - Rund ein Jahr nach dem Amoklauf am Münchner OEZ, bei dem zehn Menschen ums Leben kamen, darunter auch der Täter selbst, wurden die Ermittlungen gegen die Eltern des Schützens David S. eingestellt. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München gegenüber der Bild-Zeitung. 

Gegen den Vater und Mutter des Schützens war wegen fahrlässiger Tötung ermittelt worden. Der Vorwurf: Sie sollen ihre Aufsichtspflicht gegenüber David S. vernachlässigt haben. Medienberichten zufolge soll sich der Schütze vor der Tat Informationen über Amokläufe besorgt und Medikamente, darunter Antidepressiva, eingenommen haben. Beide Elternteile sollen davon nichts mitbekommen haben. Gegenüber der Bild am Sonntag beteuerte der Vater damals: „Ich will das alles wissen. Auch was für Medikamente mein Sohn genommen hat.“ Von einer Waffe habe er „nichts gewusst.“ 

Nach dem Amoklaufbrach für die Familie eine schwere Zeit an - der Vater berichtete damals gegenüber der BamS von Morddrohungen: „Mir geht es schlecht. Wir bekommen Morddrohungen, meine Frau weint seit einer Woche. Unser Leben in München ist erledigt.“ Laut dem Focus wurde der Druck nach dem 22. Juli 2016 so groß, dass die Familie beschloss, einen anderen Namen anzunehmen und Deutschland zu verlassen. 

Wie die Bild berichtet, habe sich der Verdacht der fahrlässigen Tötung jedoch nicht erhärtet - dafür habe es an „vorwerfbaren Pflichtverletzungen“ gefehlt. Die Pläne für die Tat habe der Sohn demnach vor seinen Eltern geheim gehalten. 

Amoklauf am OEZ: So bewegend war die Gedenkfeier

kus

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