So soll es aussehen

Denkmal für Amok-Opfer am OEZ: Ginkgobaum mit Edelstahl-Ring

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Ort der Trauer: Auf dem Grünstreifen vor dem OEZ soll am Jahrestag des Amoklaufs das Denkmal eingeweiht werden.

München - Ein Ginkgobaum, der von einem 2,5 Meter breiten Ring aus poliertem Edelstahl umfasst wird – so soll der Erinnerungsort für die neun Opfer des Amoklaufs am OEZ aussehen.

Zum Jahrestag am 22. Juli 2017 wird das Denkmal eingeweiht. Die Stadt hat sich nun in Absprache mit den Angehörigen der Opfer auf den Entwurf einer Münchner Künstlerin festgelegt.

Charles Darwin bezeichnete ihn einst als „lebendes Fossil“. Botaniker gehen davon aus, dass der Ginkgobaum bereits über 300 Millionen Jahre alt ist. Er gilt als Symbol für Friede, Freundschaft und Hoffnung. Das deutsche Kuratorium „Baum des Jahres“ erklärte den Ginkgo zum Millenniumswechsel zum „Baum des Jahrtausends“. Er ist in Ostasien heimisch, wird heute aber weltweit angepflanzt.

Am 22. Juli soll auf einem Grünstreifen vor dem Elektrogeschäft Saturn Hansa gegenüber dem Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) ein Gingkobaum gepflanzt werden – zum Jahrestag des Amoklaufs vom 22. Juli 2016. Der 18-jährige David S. hatte damals neun Menschen erschossen – zwei junge Frauen und sechs Männer im Alter von 14 bis 20 Jahren sowie eine 45-Jährige. Einige Stunden danach tötete sich der Amokläufer selbst – und ließ viele Münchner Familien in unsäglicher Trauer zurück.

Gedenken am OEZ zum Jahrestag des Amoklaufs

Dass zum Jahrestag ein Gedenken stattfinden soll, war bekannt. Nur eine Woche nach dem Amoklauf hatten sich alle im Stadtrat vertretenen Parteien in einem gemeinsamen Antrag dafür ausgesprochen, ein Denkmal zu errichten, unter Einbeziehung der Angehörigen. Nun stehen die Details fest. Die Münchner Künstlerin Elke Härtel gestaltet nach Informationen des „Münchner Merkrus“ einen zwei Meter hohen und 2,5 Meter breiten Ring aus poliertem Edelstahl, der den Ginkgobaum umfasst. Die Stadt hatte einen Wettbewerb ausgeschrieben, an dem sich sieben Künstler beteiligten. Die Familien der Opfer sollen sich einstimmig für den Entwurf „Für Euch“ von Elke Härtel ausgesprochen haben.

Der Ring als Symbol für Liebe, Treue und Hoffnung wird von Erde und Baum getragen. Ein Teil des Rings ist im Boden versunken und erlaubt das Eintreten. Optisch gleicht das Denkmal einem Freundschafts- oder Ehering, dessen Außenseite die Inschrift „In Erinnerung an alle Opfer des Amoklaufs vom 22. Juli 2016“ ziert. Jeder Schmuckstein wird einem der Todesopfer gewidmet, im Inneren stehen die Namen. In den Boden eingelassen ist eine Beleuchtung, die den Ring in der Dunkelheit reflektieren lässt. Nach den Plänen der Künstlerin sind zwischen den Bodenleuchten Aussparungen vorgesehen, auf denen Kerzen und Blumen niedergelegt werden können.

Der Gedenkort befindet sich auf einem Grünstreifen zwischen dem OEZ und dem Elektromarkt Saturn Hansa. Nördlich des Grünstreifens liegt das McDonald’s-Restaurant, wo die Gräueltat begann. Nach Informationen unserer Zeitung hat der Eigentümer des Grundstücks an der Hanauer Straße 77 (Mieter ist Saturn Hansa) den Plänen der Stadt zugestimmt.

Der Ältestenrat hat am Freitag die Errichtung des Denkmals bewilligt, sodass das Kulturreferat mit der Realisierung des Erinnerungs-Ensembles in Zusammenarbeit mit der Künstlerin beginnen kann. Die Baumpflanzung ist im April vorgesehen, die Gedenkveranstaltung mit Eröffnung des Erinnerungsortes findet am 22. Juli statt. Die Gesamtkosten für das Denkmal betragen 200.000 Euro.

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